Versorgungsforschung

AAAKUT-GFP – S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Ambulante aufsuchende Akutversorgung: Kompetenzen und Tätigkeiten nichtärztlicher Gesundheitsfachpersonen

Projektdaten

  • Themenschwerpunkt: Notfälle, Verletzung und Vergiftungen
  • Zielgruppe: Erwachsene
  • Versorgungsbereich: ambulant
  • Bundesland: Hamburg
  • Förderkennzeichen: 01VSF26011
  • Laufzeit: 01/2027 – 06/2029
  • Status: laufend

Wesentliche Projektelemente

Projektbeschreibung

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen, die zunehmend eingeschränkten ärztlichen Ressourcen, der steigende Kostendruck sowie die alternde Bevölkerung mit wachsendem Versorgungsbedarf stellen Deutschland vor die Herausforderung, auch zukünftig eine qualitativ hochwertige und zugleich effiziente Versorgung sicherzustellen. Eine Möglichkeit, diese Herausforderung zu bewältigen, ist die Übertragung ärztlicher Aufgaben an qualifizierte nicht-ärztliche Gesundheitsfachkräfte.

Das Ziel von AAAKUT-GFP besteht daher darin, eine S3-Leitlinie zu entwickeln, die Empfehlungen zu übertragbaren Aufgaben und Kompetenzanforderungen an nichtärztliche Fachpersonen in der aufsuchenden ambulanten Akut- und Notfallversorgung formuliert. Dabei werden folgende Fragen beantwortet: (1) Welche Tätigkeiten können übertragen werden? (2) Welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen sind erforderlich? (3) Welche organisatorischen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen müssen gelten?

Die Leitlinie wird gemäß dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erstellt. Neben den relevanten Fachgesellschaften und Organisationen wie Berufsverbänden werden auch Patientenvertretungen an der Leitlinienentwicklung mitwirken. Zunächst werden Schlüsselfragen nach dem sogenannten PICO-Schema (Patient, Intervention, Comparison, Outcome) formuliert, um Suchbegriffe für die Literaturrecherche abzuleiten. Im Anschluss erfolgt eine systematische Literaturrecherche und -bewertung. Auf dieser Grundlage werden handlungsleitende Empfehlungen erarbeitet und in einem strukturierten Verfahren konsentiert. Die Ergebnisse fließen in die Erstellung der endgültigen Leitlinie ein.

Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 564.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall trägt die Leitlinie dazu bei, die Versorgung, die Patientensicherheit und die Bedarfsgerechtigkeit in der ambulanten Akut- und Notfallversorgung zu verbessern und zugleich die Effizienz zu steigern.

Projektleitung und Konsortialpartner

Projektleitung

Prof. Dr. Martin Scherer
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin
Martinistraße 52
20246 Hamburg
+49 40 741052400
m.scherer@uke.de

Konsortialpartner

Medizinische Hochschule Hannover, Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland

Förderangaben

  • Förderbereich: Versorgungsforschung
  • Förderverfahren: Medizinische Leitlinien
  • Fördersumme: ca. 564.000 Euro
  • Förderbekanntmachung: 20.06.2025
  • Themenfeld: Entwicklung oder Weiterentwicklung von Leitlinien zur Erstversorgung durch nichtärztliches medizinisches Fachpersonal und strukturierte Abfrage zur Steuerung von Patientinnen und Patienten in der Notfall- und Akutmedizin