RehaKompetenz – Interdisziplinäre und individualisierte Rehaberatung bei drohender Versorgungslücke sowie bei persistierenden Teilhabestörungen

  • Themenfeld: Sozialleistungsträgerübergreifende Versorgungsmodelle
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Patienten mit komplexen Gesundheitsstörungen, wie z. B. nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder nach einer Amputation, benötigen eine kompetente und individuelle Behandlungs- und Rehabilitationsplanung. In den behandelnden Akutkliniken fehlt es jedoch häufig an Zeit und Fachwissen, um eine passende Rehabilitationsstrategie für komplizierte Fälle zu entwickeln und zu planen. Auch nach bereits erfolgter Rehabilitation ist in der hausärztlichen Versorgung eine professionelle Abklärung und Planung weiterführender Therapiemaßnahmen oftmals nicht möglich.

Um den Rehabilitationsprozess für komplexe Krankheitsfälle zu optimieren, sollen an fünf Standorten „Reha-Kompetenzcentren“ (RKC) aufgebaut werden. Dort arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Therapeuten und Mitarbeitern des Sozialdienstes nach umfänglicher Untersuchung der Betroffenen einen passgenauen Rehabilitationsplan aus. Zudem kann die Expertise der RKC auch telemedizinisch in Anspruch genommen werden. Durch diese Angebote soll die Zufriedenheit der Patienten gestärkt und eine bedarfsgerechte Inanspruchnahme der Gesundheitsleistungen erzielt werden. In einer prozessbegleitenden Evaluation werden die entwickelten RKC einschließlich Diagnostik- und Beratungsleistungen hinsichtlich Praktikabilität und Akzeptanz überprüft und bei Bedarf optimiert. Dazu sollen insbesondere Beobachtungen der Abläufe in den einzelnen Zentren und Interviews mit beteiligten Patienten und Leistungserbringern durchgeführt werden. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,5 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann durch die RKC eine wichtige Versorgungslücke geschlossen und die Teilhabe von Patienten mit komplexen Gesundheitsstörungen am sozialen und beruflichen Leben gesichert und wiederhergestellt werden. Die Erkenntnisse sowie entwickelten Konzepte aus diesem Projekt könnten anschließend für die Begründung weiterer RKC und somit eine bundesweite Abdeckung genutzt werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Christoph Gutenbrunner
Klinik für Rehabilitationsmedizin
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
+49 511 5324100
gutenbrunner.christoph@mh-hannover.de

Konsortialpartner

Klinik Münsterland der DRV Westfalen, BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin gGmbH,
BG Klinikum Hamburg gGmbH, Klinikum Bad Bramstedt, Universität Bielefeld