Versorgungsforschung

S3-LL-Skabies – S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Skabies“

Projektdaten

  • Themenschwerpunkte: Hauterkrankungen und Erkrankungen des Bindegewebes, Impfungen und Infektionskrankheiten
  • Zielgruppen: ältere Menschen, Angehörige, Erwachsene, Früh- und Neugeborene, Kinder und Jugendliche, Leistungserbringer, Menschen mit Behinderung, Menschen mit chronischen Krankheiten, Migrantinnen und Migranten, multimorbide Menschen, Pflegebedürftige, Schwangere und Wöchnerinnen
  • Versorgungsbereich: sektorenübergreifend
  • Bundesland: Berlin
  • Förderkennzeichen: 01VSF26009
  • Laufzeit: 10/2026 – 09/2028
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Skabies (Krätze) ist eine durch die Skabiesmilbe verursachte ansteckende Hautkrankheit, die vor allem bei längerem direkten Hautkontakt übertragen werden kann. Während die Infektionszahlen in Deutschland steigen, häuft sich das Therapieversagen unter der Erstlinientherapie, was mit hohen Mehrkosten durch wiederholte Arztkontakte und Therapiezyklen verbunden ist. Daher ist das Krankheitsbild von hoher gesundheitsökonomischer und versorgungspolitischer Relevanz. Insbesondere Ausbrüche in familiären Kontexten und in Pflegeheimen, Gemeinschaftsunterkünften oder Krankenhäusern verursachen erhebliche Kosten, binden personelle Ressourcen und führen zu hohen Belastungen für Betroffene, Angehörige und Einrichtungen.

Ziel der Leitlinie S3-LL-Skabies ist daher die Entwicklung von Handlungsempfehlungen, um einheitliche Standards für Diagnostik, Therapie und Umfeldmanagement zu etablieren. Hierbei werden vulnerable Gruppen, wie Kinder, Schwangere und Ältere, besonders berücksichtigt.

Die Entwicklung der Leitlinie erfolgt gemäß dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), d. h. eine Leitliniengruppe legt konkrete Fragestellungen fest und führt eine Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Veröffentlichungen durch. In einem strukturierten Verfahren werden daraufhin Empfehlungen formuliert, diskutiert und konsentiert. Besonders innovativ ist die konsequente Ausrichtung auf Adressatengruppen auch außerhalb der Ärzteschaft: Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen, Sozialarbeiter und -arbeiterinnen sowie Betroffene, deren Angehörige und Kontaktpersonen. Zusätzlich sollen digitale und leicht verständliche Informationsmaterialien, auch in mehreren Sprachen, entwickelt werden, um die Umsetzung in der Praxis zu erleichtern.

Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 365.000 Euro gefördert.

Eine erfolgreiche Entwicklung von Empfehlungen soll dazu beitragen, die Versorgung, die Prävention sowie die Infektionskontrolle zu verbessern und die Versorgungsqualität zu stärken. Dabei ist es besonders wichtig, Informationsmaterial an die unterschiedlichen Adressaten anzupassen und dieses mehrsprachig sowie in einfacher Sprache anzubieten.

Projektleitung und Konsortialpartner

Projektleitung

Dr. Ricardo Niklas Werner
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CharitéCentrum für Innere Medizin und Dermatologie CC12
Charitéplatz 1
10117 Berlin
+49 30 450618264
ricardo.werner@charite.de

Förderangaben

  • Förderbereich: Versorgungsforschung
  • Förderverfahren: Medizinische Leitlinien
  • Fördersumme: ca. 365.000 Euro
  • Förderbekanntmachung: 20.06.2025
  • Themenfeld: Entwicklung oder Weiterentwicklung von Leitlinien mit besonderem Augenmerk auf die Erstellung von Hilfen, Formaten zur Unterstützung der Disseminierung/Implementierung unter Berücksichtigung der Informationsbedürfnisse verschiedener Adressaten