SELMA – Verbesserte Versorgungsstruktur für Menschen mit chronischen Herzerkrankungen mit implantierter Herzunterstützung durch curriculares Selbstmanagement

  • Themenfeld: Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder Multimorbidität
  • Sitz des Antragstellers: Baden-Württemberg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Knapp eine halbe Million Menschen litten 2016 in Deutschland an einer Herzinsuffizienz. Bei dieser Erkrankung ist die Pumpfunktion des Herzens chronisch vermindert. Betroffene sind oft schlapp und bekommen schlecht Luft bei körperlichen Belastungen. Die Behandlung erfolgt immer öfter durch den Einsatz von implantierten Herzunterstützungssystemen, kurz VAD für ventricular assist devices (VAD). Dadurch verbessern sich die Lebensqualität und Überlebensraten für die betroffenen Menschen deutlich. Allerdings erleiden mit VAD versorgte Personen eher Schlaganfälle. Oder es treten vermehrt andere lebensbedrohliche Komplikationen wie Wundentzündungen oder innere Blutungen auf.

Ziel des Projekts SELMA ist es, ein Lehrprogramm zum Selbstmanagement für Menschen mit VAD zu entwickeln, in die Alltagsversorgung einzubauen und zu bewerten. Smartphone-basierte Apps sollen die Betroffenen bei ihren Selbstmanagementfähigkeiten zusätzlich unterstützen. Die Studie geht davon aus, dass ein verbessertes Selbstmanagement bei den Betroffenen die VAD-spezifischen Komplikationen und stationären Einweisungen deutlich verringert. Beides kann die Lebensqualität der Menschen verbessern und Kosten senken.

Insgesamt 450 Patienten werden zur ihren Selbstmanagementfähigkeiten und -bedarfen befragt. Basierend auf den Ergebnissen der Befragungen wird ein Lehrprogramm mit ergänzender App-Unterstützung entwickelt, bewertet und verstetigt. Gleichzeitig werden Vertreter beteiligter Berufsgruppen für das Lehrprogramm geschult und agieren als Multiplikatoren. Patienten, die das zusätzliche Programm durchlaufen, werden verglichen mit Patienten, die standardmäßig versorgt werden. Das Projekt SELMA wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 786.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Lehrprogramm und die unterstützende App flächendeckend für Herzzentren und Kliniken in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Die Verbreitung des Lehrprogramms kann über die relevanten Fachgesellschaften, die Kassenärztlichen Vereinigungen und Patientenverbände erfolgen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Christiane Kugler
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Medizinische Fakultät, vertreten durch das Universitätsklinikum Freiburg
Institut für Pflegewissenschaft
Fehrenbachallee 8
79106 Freiburg
+49 761 27064824/825
christiane.kugler@uniklinik-freiburg.de

Konsortialpartner

Ruhr-Universität Bochum vertreten durch Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen; Deutsches Herzzentrum Berlin; Herzzentrum Leipzig GmbH; Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen