Evaluation des Vertrages zur Versorgung im Fachgebiet der Kardiologie in Baden-Württemberg gemäß § 73 c SGB V (Kardiologie-Vertrag)

  • Themenfeld: Evaluation von Selektivverträgen
  • Sitz des Antragstellers: Baden-Württemberg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Ein wesentliches Problem der Versorgung von Herz-Kreislauf-Patienten ist die fehlende Vernetzung zwischen Fachärzten und Hausärzten. So werden Kardiologen im Rahmen der Regelversorgung oft unkoordiniert und unregelmäßig in Anspruch genommen. Hinzu kommt, dass Patienten häufig lange auf einen fachspezifischen Behandlungstermin warten. Darüber hinaus gibt es zumeist auch keine Rückkopplung an den Hausarzt. Dies führt dazu, dass die Versorgungskontinuität beeinträchtigt ist.

Um die Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern, bieten die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK gemeinsam mit ihren Vertragspartnern seit 2010 einen Vertrag zur Versorgung im Fachgebiet der Kardiologie in Baden-Württemberg nach § 73c des GB V an. Der Vertrag richtet sich an Versicherte der AOK Baden-Württemberg und der Bosch BKK, die an der Hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen. Der Vertrag soll eine zielgerichtete, qualitätsgesicherte, wirtschaftliche, leitliniengerechte und (zeitnah) zugängliche kardiologische Versorgung ermöglichen.

Ziel des Projektes ist es, diesen Vertrag zu evaluieren. Wichtige Fragen, die untersucht werden, sind: Können unnötige Untersuchungen und ungeplante Krankenhausaufenthalte vermieden werden? Kommt es zu einer besseren Abstimmung zwischen niedergelassenen Kardiologen, Haus- und Fachärzten sowie Krankenhäusern? Kann ein Fortschreiten der Erkrankung verzögert oder verhindert werden? Können Behandlungskosten eingespart und die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage verringert werden? Die Evaluation umfasst auch die Befragung von Patienten nach ihren Erfahrungen und ihrer Zufriedenheit. Eine Prozessevaluation soll Einblicke in die Umsetzung des Programms ermöglichen und die Erfahrungen von Kardiologen und Allgemeinmedizinern mit dem Programm aufzeigen. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 825.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die Projektergebnisse dazu beitragen, den Versorgungsvertrag weiterzuführen, weiterzuentwickeln und auf andere Regionen zu übertragen. Darüber hinaus können die Erkenntnisse auch genutzt werden, um neue fach- und sektorenübergreifende Versorgungskonzepte zu gestalten.

Ansprechpartner

Jochen Enzmann
AOK Baden-Württemberg / Integriertes Leistungsmanagement.
Presselstr. 19
70191 Stuttgart
Telefonnummer im Format 0049 711 2593-7360
Jochen.Enzmann@bw.aok.de

Konsortialpartner

Universität Frankurt am Main, Universitätsklinikum Heidelberg, AQUA Institut, Universitätsklinikum Jena