KARDIO – Linksherzkatheter bei Brustschmerzen und KHK: Analyse regionaler Variationen und Behandlungspfade zur Verbesserung der Indikationsqualität

  • Themenfeld: Einsatz und Verknüpfung von Routinedaten zur Verbesserung der Versorgung
  • Sitz des Antragstellers: Hessen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Brustschmerzen veranlassen viele Menschen dazu, einen Arzt aufsuchen. In 10 bis 15 Prozent der Fälle ist eine Koronare Herzkrankheit (KHK) die Ursache. Die meisten Situationen können Hausärzte und ambulant tätige Kardiologen mit einfachen körperlichen Untersuchungen abklären. Erprobte Entscheidungsregeln für diesen Filterprozess liegen bereits vor. Allerdings verläuft ihre Umsetzung in der Praxis bisher nicht befriedigend. Regionale Unterschiede in der Häufigkeit der erbrachten KHK-Versorgungsleistungen weisen darauf hin, dass der Versorgungsaufwand nicht bedarfsgerecht ist.

Das Projekt untersucht die Bedarfsgerechtigkeit der Linksherzkatheter(LHK)-Versorgung. Es soll die folgenden Fragen beantworten: Sind die festgestellten regionalen Unterschiede Ausdruck eines Qualitätsdefizits? Lässt sich die Indikationsqualität, d.h. die Qualität von Diagnose und Therapie der LHK-Versorgung verbessern? Kurzfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Instruments, das den Bedarf zur LHK-Versorgung in einer Region abschätzen kann. Zudem sollen regionale Behandlungspfade für die Versorgung durch lokale Akteure wie z.B. Hausärzte, Kardiologen, Krankenhausambulanzen und Notaufnahmen entwickelt werden. Diese sollen die Kooperation der verschiedenen Akteure bei der Versorgung von Patienten mit Brustschmerzen bzw. koronarer Herzkrankheit im ambulanten Bereich verbessern. Langfristiges Ziel ist die Optimierung der Indikationsqualität in der Versorgung von Herzkrankheiten sowie eine bessere Versorgungsqualität von LHK-Patienten.

Im Erfolgsfall wird für die LHK-Versorgung ein Modell für die Berechnung des regionalen Bedarfs an Kapazitäten zur Verfügung stehen. Die in den Modellregionen erarbeiteten Behandlungspfade sind auch auf andere Versorgungsprobleme übertragbar, z.B. dort, wo unklare regionale Unterschiede oder eine Diskrepanz von erwarteten und tatsächlich durchgeführten Maßnahmen vorliegen. Es wird weiterhin angestrebt, Behandlungspfade in die Praxis- und Krankenhaus-Software zu integrieren. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,9 Millionen Euro gefördert.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Norbert Donner-Banzhoff
Abteilung für Allgemeinmedizin/ Universität Marburg.
Karl-von-Frisch-Str. 4
35043 Marburg
0049 6421 2865120
norbert@staff.uni-marburg.de

Konsortialpartner

Universität München, Stiftung IHF Ludwigshafen, Universität München, Universität Marburg, Universitätsklinikum Hamburg‐Eppendorf, AOK Bundesverband, Wissenschaftliches Institut der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG), Barmer GEK