APU – Die Abdominal Pain Unit: Standardisierte strukturierte Versorgung von Patienten mit Atraumatischen Bauchschmerzen in der Notaufnahme

Projektbeschreibung

Jedes Jahr kommen in Deutschland ca. 2,2 Millionen Menschen mit atraumatischen Bauchschmerzen in die Notaufnahme. Das sind Schmerzen, die nicht auf äußere Einwirkungen wie einen Sturz, einen Aufprall oder eine Verletzung zurückzuführen sind. Diese Bauchschmerzen machen bis zu 20 Prozent aller Notfälle aus und sind zudem der häufigste chirurgische Notfall. Die Sterberate ist bei den hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit 5,1 Prozent relativ hoch und steigt bei über 65-Jährigen nochmals an. Atraumatische Bauchschmerzen stellen ein komplexes Krankheitsbild dar, bei dem sich eine schnelle und zielführende Diagnostik lebensrettend auswirken kann und einer Über- oder Unterversorgung vorbeugt.

Im Projekt soll ein neuer, elektronisch unterstützter Behandlungspfad mit Hilfe einer App eingeführt werden. Ziel ist eine schnellere, sicherere und zielführendere Versorgung von Patientinnen und Patienten mit atraumatischen Bauchschmerzen. Die App soll die Diagnosestellung und Therapieentscheidung sowie die Entscheidung über die weiterführende Behandlung (ambulant, stationär oder intensivmedizinisch) unterstützen. Die digital bereitgestellten Informationen können zum Beispiel zu einer geringeren Behandlungszeit in der Notaufnahme und zu einer verbesserten Schmerztherapie beitragen.

Im Projekt werden in zehn Studienzentren 2.000 Patientinnen und Patienten rekrutiert und die Versorgung vor und nach Einführung des neuen Behandlungspfads mit Unterstützung der App verglichen. Hierbei wird vor allem untersucht, ob sich durch die neue Versorgungsform die Schmerzintensität und die Behandlungszeit verringern sowie die Patientenzufriedenheit verbessert.

Das Projekt wird für vier Jahre mit ca. 8,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können Patientinnen und Patienten in Notaufnahmen mit Hilfe der neuen Versorgungsform sicherer, effizienter, schneller und kostensparender behandelt werden. Denkbar ist die Übertragung eines solchen digital unterstützten Behandlungspfades auf weitere Notaufnahmen deutschlandweit – vorausgesetzt, die Notaufnahme verfügt über die technische Mindestausstattung sowie die Fachdisziplinen Chirurgie und Innere Medizin.

Konsortialpartner

Techniker Krankenkasse, TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V.