Comm4Care SAN – Versorgung Pflegebedürftiger unter Optimierung der interprofessionellen Kommunikation

Projektbeschreibung

Seit 2015 ist die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Sachsen-Anhalt um 12 Prozent gestiegen – mit fast 30.500 Pflegebedürftigen lag das Land 2017 um 21 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Diese Zahlen legen nahe, dass die Schnittstellen zwischen den in die Pflege dieser Menschen eingebundenen Organisationen gestärkt werden müssen. Bislang verläuft die Kommunikation zwischen Angehörigen, ambulanten Pflegediensten, Pflegeheimen und Hausärzten nicht einheitlich; dies kann Effizienz- und Informationsverluste zur Folge haben.

Das Projekt Comm4Care SAN plant eine digital gestützte Kommunikation, die die wichtigen Schnittstellen im Versorgungsalltag technisch und organisatorisch strukturiert und standardisiert. Dafür wird die sogenannte Tele-Health-Plattform die asynchrone Kommunikation zwischen Hausarzt, Pflege und Patient unterstützen sowie im Bedarfsfall eine assistierte Videosprechstunde als synchrone Kommunikation ermöglichen. Zusätzlich soll an ausgewählten Krankheitsbildern ein intensiviertes Monitoring erprobt werden, um eine stationäre Behandlung möglichst zu vermeiden.

Zur Evaluation der neuen Versorgungsform ist ein Mixed-Methods-Ansatz geplant. Einerseits erfolgen vergleichende quantitative Analysen von Routinedaten der beteiligten Krankenkassen aus der Intervention- und Kontrollregion mit Blick auf ungeplante Leistungsinanspruchnahmen, insbesondere Krankenhausaufenthalte und anfallende Kosten. Andererseits werden Interviews mit Leistungserbringern und Pflegebedürftigen durchgeführt. Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden, ob durch die verbesserte Kommunikation zwischen Arzt und Pflege, eine Verschlechterung des Krankheitszustands rechtzeitig abgewendet werden konnte. Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit ca. 10,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall leistet Comm4Care SAN einen relevanten Beitrag zur interprofessionellen Vernetzung der Pflege mit der hausärztlichen Versorgung und damit für eine bessere Versorgung von Pflegebedürftigen. Die Ergebnisse und die eingesetzten Technologien können auf andere Regionen, andere Krankheitsbilder und mitbehandelnde Fachärzte ausgeweitet werden.

Konsortialpartner

aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, IKK gesund plus, Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, vitaphone GmbH