HörGeist – Ein Programm zur niedrigschwelligen Identifikation und Behandlung von Hörstörungen bei Menschen mit geistiger Behinderung

  • Themenfeld: Versorgungsmodelle für vulnerable Gruppen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Menschen mit geistigen Behinderungen leiden vermehrt unter Hörstörungen. Diese werden häufig nicht erkannt, da sie durch eine beeinträchtigte Kommunikationsfähigkeit verschleiert werden. Dabei lassen sich Hörstörungen verhindern oder effektiv behandeln, wenn regelmäßige Ohrkontrollen und Hörtests durchgeführt werden.

Dieses Projekt soll nachweisen, dass ein relevanter Teil der Menschen mit geistiger Behinderung unter einer unentdeckten Hörstörung leidet und dass man diese am besten durch regelmäßige Hörtests im Lebensumfeld dieser Menschen aufdecken und nachverfolgen kann. Hierzu erhalten 1.050 Menschen mit geistiger Behinderung in ihrem Lebensumfeld oder, zum Vergleich, auf Einladung in der Klinik ein Hörscreening. Liegt eine Hörstörung vor, wird eine Therapie eingeleitet und der Verlauf kontrolliert. Nach einem Jahr erfolgt ein zweites Screening mit Prüfung des bisherigen Therapieergebnisses. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall wird die neue Versorgungsform dazu beitragen, die regelmäßige Erfassung, Diagnostik und Versorgung von Hörstörungen bei Menschen mit geistiger Behinderung und damit ihre kommunikativen Möglichkeiten zu verbessen. Das sollte ihre Selbständigkeit und ihre soziale Teilhabe befördern.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Katrin Neumann
Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie
St. Elisabeth Hospital, Ruhr-Universität Bochum
Bleichstraße 16
44787 Bochum
+49 23 45098774
katrin.neumann@rub.de

Konsortialpartner

AOK Rheinland/Hamburg, Universität Duisburg-Essen, Essener Forschungsinstitut für Medizin-management GmbH, Universität zu Köln, Universität Bremen