ID ROLL OUT – Infektiologische Konsiliar- und Beratungstätigkeit in Kombination mit Antibiotic Stewardship-Aktivitäten in nicht-universitären Krankenhäusern

Projektbeschreibung

Antibiotika werden zur Behandlung bakteriell verursachter Infektionen eingesetzt. Falscher und unkritischer Einsatz dieser Medikamente führt zu einer Zunahme von Antibiotika-Resistenzen und zu schlechteren Behandlungsergebnissen. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu 600.000 im Krankenhaus erworbenen Infektionen, an denen ca. 15.000 Patientinnen und Patienten versterben. Noch wesentlich mehr Infektionen und Sterbefälle resultieren aus Infektionen, die außerhalb des Krankenhauses erworben wurden.

Ziel von ID ROLL OUT ist es, die Versorgung und Behandlung von Menschen zu verbessern, die sich aufgrund einer Infektion im Krankenhaus befinden. Hierbei spielen sogenannte Antibiotic Stewardship (ABS)-Programme eine große Rolle. Sie sollen die Qualität der Verordnung von Antibiotika im Krankenhaus, beispielsweise durch Leitlinien und Schulungen, systematisch erhöhen. Im Projekt wird die Kombination dieses Programms mit einer infektiologischen Beratung oder mit einer infektiologischen Konsiliarservice-Tätigkeit untersucht. Bei der infektiologischen Beratung unterstützt ein Experte für Infektionen das Programm und steht für Falldiskussionen zur Verfügung. Die Konsiliarservice-Tätigkeit bietet Beratung auch vor Ort am Krankenbett an. Herauszufinden, wie die entsprechenden Angebote in den Klinken umgesetzt werden können, ist ein weiteres Ziel des Projektes. Zudem werden Daten der teilnehmenden Kliniken ausgewertet, bevor die Maßnahme durchgeführt wurde. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Projekt einen Beitrag dazu leisten, dass Antibiotika angemessener eingesetzt, Resistenzen verringert und Behandlungsergebnisse verbessert werden. Geklärt wird auch, mit welcher Kombination von Angeboten Patientinnen und Patienten mit Infektionen am besten behandelt und wie die Sterblichkeitsrate, die Verweildauer im Krankenhaus und Behandlungskosten gesenkt werden können. Die Ergebnisse können dann bundesweit an anderen Krankenhäusern, die nicht zu einem Universitätsklinikum gehören, umgesetzt werden.

Konsortialpartner

AOK Baden-Württemberg