INCREASE – INterdisziplinäre und sektorenübergreifende Versorgung in der HerzChiRurgiE am Beispiel von minimal-invASiven HErzklappeneingriffen

Projektbeschreibung

Aufgrund des demographischen Wandels in der Bevölkerungsstruktur Deutschlands nimmt die Prä-valenz von Herzerkrankungen sowie die stationäre Morbiditäts- und Mortalitätsziffer von Herzklappenerkrankungen stetig zu. Es gibt jedoch diverse Schwächen in der aktuellen Versorgung. Hier setzt das Projekt INCREASE an. Es hat sich zum Ziel gesetzt, eine interdisziplinäre Infrastruktur für die Steuerung und Gewährleistung des ERAS-Prozesses zu schaffen. ERAS bedeutet „enhanced recovery after surgery“ und beinhaltet ein verbessertes Management vor, während und nach einer Herzklappenoperation, beispielsweise eine gezielte Vorbereitung und eine schnelle Mobilisierung von Patientinnen und Patienten im Anschluss an einen herzchirurgischen Eingriff.

Das INCREASE-Projektteam vergleicht eine Interventionsgruppe (nach INCREASE-ERAS-Protokoll) mit einer Kontrollgruppe (Standardtherapie). Bei der Evaluation werden unter anderem die Krankenhaustage aufgrund kardialer Ursachen im ersten Jahr nach der OP sowie die körperliche Verfassung der Patientinnen und Patienten anhand eines Gehtests am Tag der Entlassung untersucht. Zudem werden die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten drei und zwölf Monate nach der OP erhoben sowie die Behandlungskosten pro Patient evaluiert.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen an alle Behandlungsbeteiligten zurückgespiegelt werden und in einen Leitfaden einfließen. Darüber hinaus plant INCREASE ein Konzept zur Einbindung des ERAS-Prozesses in die Regelversorgung. Eine gesundheitsökonomische Analyse, die die ERAS-Interventionsgruppe mit der Kontrollgruppe vergleicht, soll mögliche Einsparpotenziale aufzeigen. Im letzten Schritt wird anhand einer Pilotstudie untersucht, ob sich der ERAS-Versorgungsprozess auf andere Herzzentren übertragen lässt.

Im Erfolgsfall kann eine flächendeckende Einführung von INCREASE erfolgen und der Versorgungsstandard bei Herzklappeneingriffen optimiert werden.

Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 5,2 Millionen Euro gefördert.

Konsortialpartner

BARMER, Curschmann Klinik der Klinikgruppe Dr. Guth GmbH & Co. KG, DRK-Nordsee-Reha-Klinik, Elbekliniken Stade Buxtehude GmbH, Herz-Kreislauf-Klinik Bevensen AG, Klinik Fallingbostel von Graevemeyer GmbH & Co. KG, Klinikum Bad Bramstedt, Klinikum Nordfriesland gGmbH, Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift, ReHaCentrum Hamburg GmbH, Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf