LandRettung – Zukunftsfeste notfallmedizinische Neuausrichtung eines Landkreises

Projektbeschreibung

Die Einsatzzahlen von Notärzten steigen seit mehreren Jahren deutlich. Gleichzeitig stehen in ländlichen Regionen immer weniger Notärzte zur Verfügung. Besonders in dünn besiedelten Landkreisen wird es daher zunehmend schwierig, die durchschnittliche Hilfsfrist von 10 Minuten ab Alarmierung einzuhalten. Hinzu kommt, dass in Mecklenburg-Vorpommern saisonal und gebietsweise sehr viele Touristen zusätzlich versorgt werden müssen.

Das Projekt LandRettung zielt darauf ab, die Notfall-Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern. Die neue Versorgungsform umfasst mehrere Elemente und ist sehr vielschichtig. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Zusätzlich wird die Zusammenarbeit des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen neu geordnet. Während der gesamten Erprobungsphase wird geschaut, ob die neue Versorgungsform in medizinischer und wirtschaftlicher Hinsicht besser ist als in vergleichbaren Landkreisen. So wird beispielsweise die Verfügbarkeit und Qualität von Notarzteinsätzen sowie deren Kostenentwicklung ausgewertet. Zudem wird in einer arbeits- und organisationswissenschaftlichen Evaluation untersucht, wie sich die Kooperationsbeziehungen entwickeln, welche Widerstände einer Vernetzung im Wege stehen und welche Impulse die Umsetzung erleichtern. Das Projekt wird mit insgesamt ca. 5,4 Millionen Euro für drei Jahre gefördert.

Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform in ähnlich dünn besiedelten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und in anderen Bundesländern in das bestehende Gesundheitssystem eingebaut werden. Der Bedarf hierfür zeigt sich bereits während des laufenden Projektes: Der Landkreis Vorpommern-Rügen wird – gefördert durch die Landesregierung – eigene Rettungswagen für die Zusammenarbeit mit dem Telenotarzt ausrüsten. Die telemedizinische Versorgung im Nachbarlandkreis wird durch den Telenotarzt des Projektes LandRettung erfolgen.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebsite von LandRettung.

Konsortialpartner

Universität Greifswald, Steinbeis-Hochschule Berlin, Universitätsmedizin Greifswald