MMS-RFP – Multimodale Schmerztherapie mit Rückfallprophylaxe

Projektbeschreibung

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Bevölkerung. Ungefähr elf Prozent aller Erwachsenen leiden unter mittel- und schwergradigen Rückenschmerzen mit starken Beeinträchtigungen. Die Rückfallquote verbunden mit einer erneuten Arbeitsunfähigkeit liegt bei 33 Prozent. Eine multidisziplinäre Behandlung von Rückenschmerzen ist in der ambulanten Regelversorgung nicht vorgesehen. Eine solche Therapie wird derzeit nur in einigen wenigen Zentren angeboten und nur wenige Patienten erhalten Zugang zu einem ganzheitlichen Schmerztherapieplatz. Die Wartezeiten für diese Therapieplätze sind lang, so dass bei vielen Patienten die Rückenschmerzen chronifizieren und teilweise Operationen notwendig werden. Selbst wenn Patienten einen der begehrten Therapieplätze erhalten, kehren diese anschließend in die ambulante Versorgung ohne multidisziplinäre Versorgung zurück. Dadurch bleibt ihr Rückfallrisiko bestehen.

Ziel des Projekts ist es diese Versorgungslücke zu schließen. Dazu soll zum einen die Zusammenarbeit zwischen ambulanter Versorgung und Rentenversicherungsträgern intensiviert werden. So kann bei drohendem Verlust der Erwerbstätigkeit eine beschleunigte Prüfung und Vergabe eines Behandlungsplatzes erfolgen. Zum anderen nehmen die Rückenschmerz-Patienten an einer vierwöchigen, ganzheitlichen Schmerztherapie in einem Reha-Zentrum teil. An die Therapie schließt sich nahtlos eine zwölfmonatige Rückfallprophylaxe an, um den Patienten den Übergang in den Alltag zu erleichtern und drohende Rückfälle frühzeitig erkennen und verhindern zu können. Die Prophylaxe umfasst beispielsweise regelmäßige Telefonsprechstunden, Auswertung der vom Patienten selbständig durchgeführten Übungen oder Auffrischkurse. Den Patienten wird während dieser Zeit eine App zur Verfügung gestellt, die weiterführende Informationen und Bewegungsangebote in der Nähe aufzeigt und an Termine oder anstehende Übungen erinnert. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 2,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte die neue Versorgungsform Teil der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen werden und damit allen gesetzlich versicherten Patienten zur Verfügung stehen.

Konsortialpartner

Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn, Reha-Zentrum am Meer, Medizinische Hochschule Hannover