OnCoPaTh – OncoCoaching und frühe Palliative Begleitung als patientenzentrierte Versorgungselemente in der Therapie nicht heilbarer Krebserkrankungen

Projektbeschreibung

Krebs wird immer mehr zu einer chronischen Erkrankung und es herrscht Konsens darüber, dass Patienten mit einer unheilbaren Tumorerkrankung frühzeitig eine palliative Begleitung angeboten werden sollte. Es ist wichtig, betroffene Patienten in ihrer individuellen Entscheidungsfähigkeit zu stärken und in der Versorgungsorganisation zu unterstützen. Diese Hilfe orientiert sich an der psychischen sowie sozialen Situation des Patienten, was eine umfassende Betreuung und Koordination bedeutet, welche allein vom Onkologen kaum geleistet werden kann. Bei vielen Patienten besteht nach dem Arztgespräch weiterer Klärungsbedarf zu therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen.

Das Projekt OnCoPath stärkt mit der Entwicklung eines ambulanten multiprofessionellen Patienten-Betreuungssystems die Entscheidungsfähigkeit/Kompetenz von Patienten. Das zentrale Element ist ein OncoCoach, welcher sicherstellt, dass der Patient Diagnose, Therapie und Nebenwirkungen ausreichend versteht und kein weiterer Klärungsbedarf besteht. Darüber hinaus schult er den Patienten, um seine Selbstbestimmung und Entscheidungskompetenz zu stärken. Der OncoCoach kooperiert nicht nur mit dem behandelnden Onkologen, sondern auch mit einer Palliativ-Pflegefachkraft. Ergänzend zu den Gesprächen, können die Beteiligten ein browserbasiertes Dokumentationsmodul (App) zur Vernetzung der Behandler verwenden.

Um den Nutzen der neuen Versorgungsform zu evaluieren, werden Routinedaten von Kontroll- und Interventionsgruppen bezüglich Krankenhausaufenthalten und Kosten-Effektivität verglichen. Hintergrund ist die Annahme, dass gut geschulte Patienten in vermeintlichen Notfallsituationen seltener Rettungsdienste und Krankenhauseinweisungen in Anspruch nehmen als weniger gut informierte Patienten. Anhand von quantitativen und qualitativen Interviews wird erfasst, wie die Patienten selbst die neue Versorgungsform bewerten. Ihre Perspektive wird mit  einer Kontrollgruppe verglichen. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 5,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag um die Patientenkompetenz zu erhöhen, die Versorgung zu verbessern und eine frühe palliative Begleitung in die Betreuung von onkologischen Patienten einzubeziehen.

Konsortialpartner

Bergische Universität Wuppertal, Clinpath GmbH, Deutsche Krebsgesellschaft e. V., DMMP Vertrieb und Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH & Co. KG, Fachverband SAPV Hessen e. V., Universität zu Köln, Wissenschaftliches Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) GmbH