Optimal@NRW – Optimierte Akutversorgung geriatrischer Patienten durch ein intersektorales telemedizinisches Koopertionsnetzwerk – rund um die Uhr

Projektbeschreibung

Eine besondere Herausforderung des demographischen Wandels ist die adäquate geriatrische Versorgung in Seniorenresidenzen, Pflegeeinrichtungen oder dem häuslichen Umfeld. Durch die hohe Arbeitsbelastung von Ärzten und Pflegepersonal im niedergelassenen Sektor kann die zeitnahe Notfallversorgung in ländlichen Regionen nicht immer gewährleistet werden. Folglich kommt es zu kostenintensiven und inadäquaten Krankenhausaufenthalten. Im Durchschnitt verbringen Pflegebedürftige 21,7 Tage pro Jahr im Krankenhaus, meist ohne, dass es medizinisch notwendig wäre.

Das Projekt Optimal@NRW will daher in der Region Aachen eine zentrale telemedizinische Anlaufstelle (virtueller digitaler Tresen) schaffen über die Pflegeheime, Pflegedienste, Hausärzte, Portalpraxen, Rettungsdienste und Notaufnahmen miteinander vernetzt sind. Im Falle einer medizinischen Fragestellung meldet sich das Pflegepersonal beim virtuellen Tresen. Dort wird die Dringlichkeit des Falles erfasst und es erfolgt die Weitervermittlung an den Hausarzt, die Notaufnahme oder an mobile Versorgungsassistenten. Weitere Ziele des Projekts sind die Etablierung von ärztlichen Telekonsultationen und die Entwicklung eines Frühwarnsystems, das auf Grundlage von klinischen Beobachtungen und Vitalparametern schon vor Ort die Dringlichkeit einer medizinischen Versorgung besser bestimmt. Es sollen so vermeidbare Krankenhausaufenthalte und die Überlastung des medizinischen Personals abgewendet werden.

Die Evaluation soll über eine randomisiert kontrollierte Studie erfolgen. Dabei steht die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte im Vordergrund. Insgesamt werden 6.000 Pflegebedürftige aus 30 Pflegeheimen an 50 Standorten eines Pflegedienstes in der Region Aachen an der Studie teilnehmen. Des Weiteren soll die verbesserte medizinische Versorgung anhand zusätzlicher Ergebnisse analysiert werden, beispielsweise soll eine Kosten-Effektivitäts-Analyse durchgeführt werden. Das Projekt wird über vier Jahre mit insgesamt ca. 14,9 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform durch den offenen digitalen Ansatz problemlos auf andere Städte und ländliche Regionen sowie auf weitere Zielgruppen übertragen werden. Eine Überführbarkeit in die Regelversorgung ist aufgrund des modularen Charakters gegeben.

Konsortialpartner

BARMER, DAK-Gesundheit, IKK classic, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, Techniker Krankenkasse, Universität Bielefeld