ReKo – Regionales Pflegekompetenzzentrum – Innovationsstrategie für die Langzeitversorgung vor Ort

  • Themenfeld: Modelle zur Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen und -prozessen
  • Bundesland: Hamburg
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland steigt. Bis in das Jahr 2030 wird sich diese Entwicklung voraussichtlich zuspitzen. Zugleich sind die Krankhäuser in ländlichen Regionen kaum ausreichend auf die zunehmende Behandlung älterer Menschen vorbereitet. Diese künftig kontinuierlich und bedarfsgerecht zu betreuen, stellt Pflege und Versorgung daher vor große Herausforderungen.

Ziel des Projekts ReKo ist es, ein regionales Pflegekompetenzzentrum zu schaffen, das diesem Versorgungsproblem insbesondere im ländlichen Raum entgegenwirkt. Die spezialisierte Beratung, Betreuung und stationäre sowie ambulante Versorgung pflegebedürftiger betagter Menschen soll hier in einem Case-Management Ansatz vereint und koordiniert werden. Dafür sollen auch bislang unausgelastete Krankenhausressourcen genutzt und auf neue Aufgaben zugeschnitten werden. Digitale Anwendungen unterstützen das Pflegekompetenzzentrum bei der Kommunikation (z. B. Informationen, Terminsetzung oder Benachrichtigungen) und der Koordination der einzelnen Versorgungsbereiche. Die Patienten und die Angehörigen sollen durch die neue Versorgungsform eine kontinuierlichere, wohnortnahe und bedarfsgerechtere Betreuung erhalten. Eine randomisierte kontrollierte Studie soll prüfen, ob die neue Versorgungsform z. B. Lebenszufriedenheit der Patienten, Anzahl an Arztkontakten, Art und Dauer von Pflegeleistungen und das Belastungserleben des Pflegepersonals positiv beeinflusst. Es ist geplant, in die Studie ca. 900 Versicherte einzuschließen. Der Erfolg der neuen Versorgungsform wird mithilfe von Fragebögen, Interviews, teilnehmenden Beobachtungen in den Handlungsfeldern und der Auswertung von Routinedaten der beteiligten Krankenkassen bewertet. Darüber hinaus sollen auch die Umsetzung und Nutzung der digitalen Anwendungen und gesundheitsökonomische Aspekte bewertet werden. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 10 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können sowohl das Konzept eines Pflegekompetenzzentrums als auch die digitalen Anwendungen auf andere Regionen und Zielgruppen übertragen werden. Die Projektergebnisse sollen auch dabei helfen, das Konzept der neuen Versorgungsform krankheits- und regionenspezifisch anzupassen.

Ansprechpartner

Milorad Pajovic
DAK-Gesundheit - Pflegeversicherung
Nagelsweg 27-31
20097 Hamburg
+49 40 23961346
milorad.pajovic@dak.de

Konsortialpartner

Gesundheitsregion EUREGIO e. V., Universität Osnabrück, PTHV Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar gGmbH