SCAVIS – Stepped Care Ansatz zur Versorgung internetbezogener Störungen

Projektbeschreibung

Ein übermäßiger Internetkonsum führt im Alltag, in sozialen Beziehungen und bei der Arbeit bzw. in der Schule zu Problemen. Gleichzeitig ist ein vollständiger Verzicht darauf in aller Regel schwierig. In der Fachwelt wird diese Form der Abhängigkeit als „internetbezogene Störung“ bezeichnet. Suchtforscher schätzen, dass etwa 1 bis 2,5 Prozent der 14- bis 64-Jährigen in Deutschland darunter leiden. Gerade in jüngeren Altersgruppen ist der Anteil der Betroffenen überdurchschnittlich hoch. Motivierende und verhaltenstherapeutische Ansätze haben sich in diesem Zusammenhang als wirksam erwiesen. Es besteht dennoch weiterer Forschungsbedarf, u. a. in Bezug auf online-gestützte Präventions- und Therapiekonzepte.

Das Ziel des Projekts besteht darin, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für das Problem internetbezogener Störungen zu sensibilisieren und ihnen bei Bedarf ein niederschwelliges Versorgungsangebot zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen eines gestuften Versorgungsmodells werden Präventions- und Behandlungselemente bedarfsgerecht miteinander kombiniert. Die Therapieansätze reichen vom Tracking des eigenen Onlineverhaltens bis zum Angebot einer Online-Psychotherapie. Die Wirksamkeit dieses Stepped-Care-Ansatzes wird zum Studieneinschluss sowie sechs Monate nach der Studienteilnahme anhand von Befragungen ermittelt. Weitere relevante Endpunkte sind die Lebenszufriedenheit, Anzahl der Tage in Arbeitsunfähigkeit sowie krankheitsbedingte Gesundheitsausgaben. Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert.

Im Ergebnis sollen neben dem Rückgang problematischen Internetverhaltens auch die Lebensqualität sowie die Arbeitsfähigkeit der betroffenen Personen verbessert werden. Darüber hinaus können durch frühzeitige Prävention Kosten reduziert und bestehende Versorgungslücken geschlossen werden. Die Versorgungsstrukturen lassen sich im Erfolgsfall leicht in die Regelversorgung übertragen.

Konsortialpartner

BAHN-BKK, BKK Dachverband e. V., BKK EWE, BKK HMR, BKK MTU, BKK Pfalz, BKK Technoform, Continentale Betriebskrankenkasse, energie-BKK, Hochschule für Polizei Baden-Württemberg, Merck BKK, pronova BKK, start: Psychotherapie & Coaching GmbH, Universität zu Lübeck, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universität Ulm