sekTOR-HF – Transsektorale bedarfsorientierte Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz und Entwicklung eines alternativen Vergütungsmodells

Projektbeschreibung

Eine chronische Herzschwäche, in der Fachwelt Herzinsuffizienz (HF) genannt, ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Da die HF häufig zu Krankenhausaufenthalten führt, zählt sie auch zu den kostspieligsten chronischen Erkrankungen. Experten schätzen jedoch, dass bei einem adäquaten Patientenmanagement mehr als die Hälfte der Krankenhausaufenthalte vermieden werden können.

Für eine optimierte Versorgung setzt das Projekt sekTOR-HF auf eine neue Kommunikations- und Koordinierungsstrategie. Eine fachärztlich geleitete Netzwerkstelle überwacht kontinuierlich HF-Patienten aller Schweregrade und übernimmt die Navigation der Patienten und gleichzeitig die Steuerung der Ressourcen. Die Abstimmung mit Haus- und Fachärzten, Klinik und weiteren Gesundheitsdienstleistern erfolgt über eine telemedizinische Plattform, ein gemeinsam genutztes
e-Health-Portal. Über dieses Portal werden in Form einer elektronischen Patientenakte relevante Informationen erfasst und den Leistungserbringern zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf übermittelt die Netzwerkstelle individuelle Behandlungsempfehlungen direkt an die Leistungserbringer und initiiert bei Auffälligkeiten im Monitoring rasch passgenaue Maßnahmen.

Diese neue Versorgungsform wird in zwei Regionen, Bayern und Hessen, innerhalb von zwölf Monaten durchgeführt. Um Effekte im Vergleich zur Regelversorgung zu untersuchen, werden zu verschiedenen Zeitpunkten medizinische Daten erhoben. Verglichen wird jeweils mit einer ausgewählten Kontrollregion. Primär wird geprüft, inwieweit sich mit dieser Versorgung unnötige Krankenhausaufenthalte reduzieren lassen und sich die Lebensqualität der Patienten verbessert. Zudem werden die Akzeptanz und Umsetzbarkeit der neuen Versorgungsform aus Sicht der Leistungserbringer sowie die Kosteneffektivität evaluiert. Neben der Etablierung der neuen Versorgungsform soll parallel ein alternatives Vergütungsmodell entstehen, welches als Grundlage für eine Umsetzung in die Regelversorgung dienen kann.

Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit ca. 3,8 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte das Leistungsangebot für HF-Patienten flächendeckend bedarfsgerechter und kostenschonender eingesetzt werden. Das entwickelte Versorgungsmodell könnte darüber hinaus auch für andere Volkserkrankungen eingesetzt werden.

Konsortialpartner

AOK Hessen, Ärztegenossenschaft PriMa e. G., DAK-Gesundheit, inav – Privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH, InGef – Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin GmbH, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH – Standort Marburg, RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, ZTM Bad Kissingen GmbH