TANNE – Telemedizinische Antworten auf Neuropalliative Nachfragen in Echtzeit

Projektbeschreibung

Mehr und mehr wächst das Bewusstsein, dass auch bei nicht-onkologischen Krankheiten eine palliative Betreuung die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten verbessern kann. Insbesondere Menschen mit fortgeschrittenen neurologischen Erkrankungen können von einer palliativen Versorgung profitieren. Ihr Anteil in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) ist jedoch sehr gering. Sie erfahren in der Regel eine stationäre Palliativversorgung, da sowohl in den ambulanten SAPV-Teams als auch in den stationären Hospizen die Palliativmediziner keinen regelhaften Zugang zu einer neurologischen Expertise haben.

Das Ziel des Projekts ist es, die fachneurologische Expertise durch eine audiovisuelle telemedizinische Konsultation auch schwerstkranken Menschen in der ambulanten Versorgung und in Hospizen zugänglich zu machen. Der neurologische Facharzt kann so die vor Ort tätigen Behandler anleiten, Untersuchungen am Bildschirm verfolgen und Behandlungsvorschläge direkt mit dem SAPV-Team oder dem betreuenden Arzt besprechen.

Im Rahmen einer prospektiven, zweiarmigen Interventions-Studie mit einem Delayed-Start-Design werden die SAPV-Teams und Hospize jeweils in zwei Gruppen randomisiert. Die erste Gruppe erhält ab Studienbeginn eine Anbindung an das neuropalliative Telemedizinzentrum. Die zweite Gruppe wird zunächst beobachtet und nach zwölf Monaten ebenfalls an das Zentrum angebunden. Im Rahmen eines Mixed-Methods-Ansatz werden sowohl qualitative Daten als auch quantitative Daten erhoben. Primärer Endpunkt ist die individuelle Verbesserung der Symptomlast vor und nach dem Telekonsil sowie im Vergleich zu neurologischen Patienten in der unbegleiteten Kontrollgruppe. Das Projekt wird für 38 Monate mit ca. 2,14 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall werden durch die ergänzende neuropalliative Expertise die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Patienten steigen und Krankenhauseinweisungen bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen vermieden. Zudem ist ein ressourcenschonenderer Ansatz in der umfassenden Versorgung neurologischer Patienten in der Palliativversorgung zu erwarten.

Konsortialpartner

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, Evangelische Hochschule Ludwigsburg, MEYTEC GmbH Medizinsysteme, StatConsult IT-Service GmbH, Universität Bayreuth, Wissenschaft und Forschung WuF GmbH