TOP – Transsektorale Optimierung der Patientensicherheit

Projektbeschreibung

Gerade bei Menschen, die unter mehreren Krankheiten leiden, kann die Komplexität der Arzneimitteltherapie, aber auch das Fehlen von Informationen zur Gesundheitshistorie zum Zeitpunkt der Krankenhausaufnahme, zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen führen. Nur 30 Prozent der Patienten können vollständige Angaben zu ihrer Medikation machen. Zudem ist bewiesen, dass 80 Prozent der Medikationsfehler von Ärzten nicht bemerkt werden. Mit TOP wird ein neuer, digital unterstützter Arzneimitteltherapie-Prozess erprobt, der Medikationsfehler und Arzneimittelnebenwirkungen vermeiden soll.

Bei Krankenhausaufnahme werden aus den BARMER-Abrechnungsdaten behandlungsrelevante Informationen zur Gesundheitshistorie der Polypharma­ziepatienten (mind. fünf Medikamente) ohne Zeitverzug digital und aggregiert dem Krankenhaus zur Verfügung gestellt. Mit Einverständnis der Patienten wird die Medikation mithilfe einer Software von arztunterstützenden Klinikapothekern auf Risiken geprüft. Zusätzlich werden bei Aufnahme Hochrisikopatienten identifiziert. Sie erhalten bei Behandlung in chirurgischen Abteilungen eine digital gestützte intensivere Betreuung durch Klinikapotheker (ein sog. Co-Management). Der neue Prozess beinhaltet für alle Patienten ein Entlassungsmanagement mit elektronischer Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)-Prüfung sowie Kommunikation mit Hausärzten zur Abstimmung von Änderungen der Arzneimitteltherapie. Bei der Entlassung erhalten Patienten einen Bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP), der auch als eBMP per App genutzt werden kann sowie ergänzende AMTS-Hinweise.

Die Intervention wird im Rahmen einer prospektiven, cluster-randomisierten kontrollierten Studie in 15 Kliniken mit insgesamt ca. 16.800 Patienten in der Interventionsphase durchgeführt. Ziel ist es, zu belegen, ob durch den neuen Prozess Re-Hospitalisierung/Tod vermieden werden kann. Insgesamt sollen rund 25.000 Patienten (inkl. Transitionsphase) von dem neuen AMTS-Prozess profitieren. Das Projekt wird für vier Jahre mit ca. 9,3 Millionen Euro gefördert.

Konsortialpartner

Bergische Universität Wuppertal, Universität Bielefeld, Universität zu Köln ,Universitätsklinikum Münster