ABARO – Auswirkungen nach bariatrischen Operationen

Projektbeschreibung

Starkes Übergewicht (Adipositas) zählt in Deutschland zu den sogenannten Volkskrankheiten. Menschen mit Adipositas leiden unter einer Vielzahl an Begleit- und Folgeerscheinungen wie Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Hautkrankheiten, aber auch an psychischen Beschwerden. Eine effektive Behandlung des Übergewichts und seiner Begleiterkrankungen erfordert somit übergreifende therapeutische Maßnahmen. Die bariatrische OP, also die operative Veränderung des Magen-Darm-Trakts, stellt eine Behandlungsform dar. Dabei besteht jedoch das Risiko intra- und postoperativer Komplikationen. Außerdem kann die verringerte Nahrungsaufnahme und -verwertung zu Beeinträchtigungen im Stoffwechsel und der Psyche führen. Der langfristige Erfolg einer bariatrischen OP ist daher von einer adäquaten Nachsorge und Betreuung der Patienten abhängig.  

Im Projekt ABARO sollen die Behandlungsverläufe von Patienten nach bariatrischer OP über mehrere Jahre hinweg betrachtet werden, um zu überprüfen, ob die Patienten die erforderliche Nachsorge erhalten und somit ein langfristiger Erfolg eintritt.

Aufgrund dessen werden die Daten einer Versichertenbefragung mit den Abrechnungsdaten der DAK-Gesundheit verbunden und analysiert.

Anhand der Abrechnungsdaten soll untersucht werden, ob und in welchem Umfang Komplikationen auftreten, Leistungen in Anspruch genommen werden (z. B. Physiotherapie) und inwieweit sich Begleiterkrankungen verändern. Mittels der Versichertenbefragung soll die Lebensqualität (Einschränkungen, Schmerzen) und die Verwendung von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln erfasst werden. Anhand der Ergebnisse sollen Versorgungslücken identifiziert werden, die genutzt werden können, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 976.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall liefert das Projekt Erkenntnisse über die Nachhaltigkeit der bariatrischen Chirurgie, was vor allem im Hinblick auf den stetigen Anstieg von Patienten mit Adipositas von großer Bedeutung ist.

Konsortialpartner

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH; Städtisches Klinikum Dresden-Neustadt