AKtiV-Studie – Aufsuchende Krisenbehandlung mit teambasierter und integrierter Versorgung (AKtiVStudie): Evaluation der stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung (StäB nach § 115d SGB V) – eine Proof-of-Concept-Studie

Projektbeschreibung

Psychische Erkrankungen haben häufig chronisch-rezidivierende Verläufe. Mit Blick auf die bedarfsgerechte Behandlung der Betroffenen stößt die traditionelle Aufteilung in ambulante, tagesklinische und stationäre Versorgung häufig an Grenzen. Eine Intensivierung der Behandlung in Krisen konnte bisher oft nur mit einer stationären Aufnahme erfolgen, da aufsuchend arbeitende multiprofessionelle gemeindepsychiatrische Teams, wie sie in vielen Ländern als Home Treatment mittlerweile etabliert sind, in Deutschland nicht regelhaft zur Verfügung standen. Die Behandlung nur durch einen niedergelassenen Arzt übersteigt meist dessen Kapazitäten. Viele Betroffene wollen allerdings auch in akuten Krisen nicht stationär behandelt werden, da eine Behandlung außerhalb der Klinik mit weniger Stigmatisierung verbunden ist. Schon lange wurden daher eine stärkere Vernetzung, die Überwindung sektorenübergreifender Grenzen, mehr aufsuchende Behandlungsformen sowie eine höhere Flexibilität in der Versorgung gefordert.

Die Studie untersucht die Art der Implementierung, die Behandlungsprozesse, die klinische Wirksamkeit, stationäre Wiederaufnahmeraten und die Kosten einer stationsäquivalenten Behandlung (StäB) nach §115d SGB V im Vergleich zur konventionellen stationären Behandlung. Dabei wird die Eignung der StäB für unterschiedliche Zielgruppen, Versorgungssettings und Versorgungsregionen geprüft. Die Primärhypothese ist, dass innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten die stationäre Wiederaufnahmerate nach einer StäB signifikant geringer ausfällt als im Vergleich zu einer vollstationären Behandlung.

Das Projekt wird drei Jahre mit ca. 1,8 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt führt zu Erkenntnissen, wie eine Verbesserung der klinischen und psychosozialen Situation sowie der Versorgungsqualität für Menschen in akuten psychischen Krisen erreicht werden kann. Zudem wird das Projekt darüber informieren, wie sich die StäB im deutschen Versorgungssystem wirksam implementieren lassen kann.

Konsortialpartner

Charité - Universitätsmedizin Berlin; kbo-Isar-Amper Klinikum München; Pfalzklinikum Klingenmünster; Universität Bremen; Universität Ulm; Universitätsklinikum Tübingen; Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH; ZfP Südwürttemberg gGmbH