BARGRU-II – Barrieren bei Gruppenpsychotherapeuten trotz modifizierter Psychotherapie-Richtlinie gegenüber der ambulanten Gruppenpsychotherapie in der GKV

Projektbeschreibung

Fast jeder vierte Erwachsene leidet mindestens einmal im Leben zumindest kurzzeitig an einer psychischen oder psychosomatischen Störung. Das hat oft weitreichende Folgen für die Betroffenen selbst und ihre Familien: Erkrankte weisen oft lange Ausfallzeiten durch Arbeitsunfähigkeit auf und tragen relativ und absolut gesehen ein hohes Risiko einer vorzeitigen Berentung. Vom ersten Symptom bis zur passenden psychotherapeutischen Behandlung dauert es oft Jahre. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Eine psychotherapeutische Gruppentherapie ist eine anerkannte Alternative zur Einzeltherapie. Sie wird derzeit in Deutschland jedoch sehr selten angewandt.

Die Gründe hierfür wurden in dem Projekt BARGRU identifiziert und erste Ergebnisse konnten bereits verwertet werden. Das Projekt BARGRU-II soll nun an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen und das Angebot psychotherapeutischer Gruppentherapien nach Änderung der Psychotherapie-Richtlinie im Juli 2017 untersuchen. Dazu werden Psychotherapie-Berechtigte im Kreis Münster sowie in Berlin zur Alternative einer Gruppentherapie befragt und was sie auch nach der Änderung der Psychotherapie-Richtlinie möglicherweise davon abhält, an eine solche Therapie anzubieten. Analog zur Vorgängerstudie BARGRU soll geklärt werden, ob beispielsweise personen-, weiterbildungs- oder institutionsbezogene Hemmnisse sowohl auf der Anbieter- als auch auf der Patientenseite für die Durchführung ambulanter Gruppenpsychotherapie vorliegen. Dazu vergleichen die Forschenden, welche Änderungen die aktualisierte Psychotherapie-Richtlinie vom Juli 2017 mit sich gebracht hat. Hierfür werden auch Versorgungsdaten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung auf Unterschiede vor und nach Anpassung der Richtlinie analysiert. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden aktualisierte Handlungsempfehlungen entwickelt, welche die Barrieren für das Angebot einer Gruppenpsychotherapie vermindern sollen. Zudem sollen die Auswirkungen der Sars-CoV-2-Pandemie auf psychotherapeutische Gruppentherapien untersucht werden. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 330.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall trägt das Projekt dazu bei, dass sich die Zahl qualifizierter Psychotherapeutinnen und -therapeuten erhöht, die eine Gruppenpsychotherapie anbieten, und sich die Wartezeiten in der ambulanten Versorgung verkürzen.