DECADE – Förderung des Selbstmanagements in der hausärztlichen Versorgung zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Projektbeschreibung

Kardiovaskuläre Erkrankungen nehmen in Deutschland stetig zu. Sie sind einer der Hauptgründe für Arztbesuche in der hausärztlichen Versorgung und zählen zu den häufigsten Todesursachen. Für den erfolgreichen Umgang mit den Erkrankungen sind langfristige Lebensstilanpassungen notwendig. Allerdings sind nur wenige Betroffene in der Lage, diese im Alltag umzusetzen. Ein großes Problem stellen die fehlenden zeitlichen Ressourcen in den Praxen dar, wodurch eine regelmäßige Risikoberatung durch die Hausärzte nicht stattfinden kann.

Aus diesem Grund wurde DECADE, eine Intervention für Hausärzte und Patienten, entwickelt und bereits erfolgreich in einer Pilotstudie getestet. Die Intervention besteht zum einen aus evidenzbasierten Informationen, Entscheidungs- und Handlungshilfen für Patientinnen und Patienten, die in gedruckter und webbasierter Form vorliegen. Zum anderen ist eine strukturierte Folgeberatung Teil der Intervention, in die der Herz-Kreislauf Risikorechner „arriba“ eingebunden wird.

Ziel des Projekts ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz und des Selbstmanagements der Patienten. Zudem soll es die partizipative Entscheidungsfindung, die patientenorientierte Kommunikation und Behandlung durch die Ärztinnen und Ärzte fördern.

In Freiburg, Hamburg und Dresden sollen insgesamt 1.236 Patienten in eine wissenschaftlich gesicherte Studie eingeschlossen werden. In den verschiedenen Studienarmen werden die einzelnen Teile der Intervention getestet:

  1. DECADE-Materialien
  2. Strukturierte Beratung
  3. DECADE-Materialien und strukturierte Beratung
  4. Kontrollgruppe mit Regelversorgung

Zudem wird eine Kosten-Nutzen-Berechnung durchgeführt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,7 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall wird angestrebt, dass die Intervention in die S3-Leitlinie „Hausärztliche Risikoberatung zu kardiovaskulären Prävention“ aufgenommen wird.

Konsortialpartner

Technische Universität Dresden; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf