ESV – Einheitliche, Sektorengleiche Vergütung

Projektbeschreibung

Patienten sollen dort behandelt werden, wo sie die medizinisch sinnvollste Behandlung erfahren. Die jetzige Vergütungsstruktur steht dem jedoch entgegen. Dies betrifft auch „sektorengleiche“ Leistungen, die sowohl ambulant als auch stationär behandelt werden können. Die ambulante und stationäre Leistungserbringung werden aus unterschiedlichen Budgets vergütet, was die Sektorengrenzen zementiert und das Verständnis einer gemeinsamen Leistungserbringung verhindert. Ambulante Leistungen werden überwiegend nach Einzelleistungen vergütet, stationäre Behandlungen hingegen über Fallpauschalen. Dies beinhaltet finanzielle Anreize, wodurch ökonomische Überlegungen mit dem medizinischen Bedarf des Patienten konkurrieren können. Dieses Projekt untersucht, wie für die in verschiedenen Sektoren gleich erbrachten Leistungen ein einheitliches, übergreifendes Vergütungssystem ausgestaltet sein kann.

Hierfür wird zunächst auf Basis der Erfahrungen anderer OECD-Länder mittels vergleichender Literaturrecherche identifiziert, welche Leistungsbereiche für eine sektorengleiche Behandlung und Vergütung geeignet sind. Anschließend wird der Status Quo der sektorengleichen Leistungserbringung erhoben und untersucht, wie vergleichbar die Patientengruppen in beiden Sektoren in der Praxis sind. Mittels einer Befragung bei Leistungserbringern und Krankenkassen wird ermittelt, wie geeignet die identifizierten Leistungsbereiche sind.

Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 1,1 Millionen Euro gefördert.

Ziel ist die Entwicklung eines tragfähigen Konzeptes, das aufzeigt, wie eine einheitliche, sektorengleiche Vergütung ausgestaltet sein kann. Es soll politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, eine sektorenübergreifende Vergütung auf den Weg zu bringen, die von Leistungserbringern und Krankenkassen befürwortet wird. Hierdurch kann das deutsche Gesundheitssystem bedarfsgerechter ausgerichtet, effizienter gestaltet und die Qualität der Leistungserbringung verbessert werden.

Konsortialpartner

BKK Dachverband e. V.; Deutsches Krankenhausinstitut e. V.; Technische Universität Berlin; Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland