EvaClosure – Gesundheitsökonomische Evaluation des perkutanen Verschlusses des linken Vorhofohres bei Patienten mit Vorhofflimmern und hohem Schlaganfall- und Blutungsrisiko im Vergleich zur medikamentösen Standardtherapie

Projektbeschreibung

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und betrifft jeden vierten Erwachsenen mittleren Alters. Die meist progressiv verlaufende Erkrankung wird durch unregelmäßige Kontraktionen des Herzmuskels und somit einer Arrhythmie des Herzschlags charakterisiert. Patienten mit Vorhofflimmern weisen ein etwa fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko auf. 15 bis 25 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen.

EvaClosure hat zum Ziel, die Versorgungssituation für Patienten mit Vorhofflimmern zu verbessern. Das Projekt stellt eine wissenschaftliche Ergänzung einer klinischen Studie und eine gesundheitsökonomische Evaluation des perkutanen, katheterbasierten Verschlusses des linken Vorhofohres (englisch: left atrial appendage closure, kurz LAAC) zur Schlaganfallprävention und einer Kontraindikation zur aktuellen medikamentösen Standardtherapie dar. Auf Grundlage von Routinedaten einer Krankenkasse, der IKK classic, wird der aktuelle Versorgungsstand abgebildet. Hierfür werden anhand von Diagnosen, die Prävalenz des Vorhofflimmerns, das damit verbundene Risiko eines Schlaganfalls sowie die direkten und indirekten Krankheitskosten erfasst. Anschließend erfolgt eine Evaluation mit Blick auf zu erwartende direkte und indirekte Kosten und Lebensqualität. Hierfür werden die Daten der klinischen Studie genutzt und zudem eine Patientenbefragung (n=1.200) durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie sollen aufzeigen, ob durch den LAAC die Versorgungsqualität der Patienten im Vergleich zur Regelversorgung verbessert werden kann und wie diese Verbesserung ökonomisch zu bewerten ist. EvaClosure soll das Einsparungspotential in Abhängigkeit des Nutzens des LAACs aufzeigen und als Grundlage zur Überführung der Intervention in die Regelversorgung dienen.

Das Projekt wird drei Jahre mit insgesamt ca. 675.000 Euro gefördert.

Im Ergebnis der Studie sollen auf der Basis einer Längsschnittstudie und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven und Datenquellen neue Erkenntnisse und methodische Zugangswege für die aktuelle Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern gewonnen werden. Die zusätzliche Kalkulation der indirekten Kosten soll zudem eine Gesamtdarstellung der Krankheitskosten ermöglichen, die über die direkten Behandlungskosten hinausgeht.

Konsortialpartner

Charité - Universitätsmedizin Berlin; IKK classic