EvaCoM – Evaluation des unfallchirurgisch-geriatrischen Co-Managements bei alterstraumatologischen Frakturen älterer Patientinnen und Patienten

Projektbeschreibung

Sturzbedingte Knochenbrüche sind im Alter sehr häufig. In Deutschland werden derzeit mehr als 400.000 alterstraumatologische Frakturen pro Jahr stationär behandelt. Diese Zahl wird zukünftig aufgrund des demographischen Wandels weiter ansteigen. Durch die Multimorbidität und Polypharmazie der älteren Menschen ist die Behandlung komplex und erfordert neben dem chirurgischen Fachwissen auch die Berücksichtigung alterstypischer Aspekte.

Das Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen einer neuen, professionellen Zusammenarbeit (des sogenannten orthogeriatrischen Co-Managements) bei Personen mit alterstypischen Knochenbrüchen auf das Behandlungsergebnis zu untersuchen. Zudem soll im Projekt ermittelt werden, ob in zertifizierten Zentren häufiger empfohlene Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Knochenbrüche eingeleitet und dadurch weitere Knochenbrüche verhindert werden.

In einer retrospektiven Kohortenstudie werden anonymisierte Versichertendaten der AOK von Patientinnen und Patienten mit einem Mindestalter von 80 Jahren aus den Jahren 2014 bis 2019 analysiert. Dabei erfolgt ein Vergleich der Zentren mit zertifiziertem orthogeriatrischen Co-Management mit anderen Kliniken. Zusätzlich werden Unterschiede bei Patientenmerkmalen berücksichtig, um Verzerrungen der Ergebnisse zu vermeiden. Insgesamt werden fast 400.000 Personen in diese Analysen einbezogen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit ca. 580.000 Euro gefördert.

In Deutschland ist eine kooperative Betreuung von älteren Patientinnen und Patienten nach Knochenbrüchen durch Unfallchirurgen und Geriater bislang nur vereinzelt anzutreffen. Im Erfolgsfall sollen die Projektergebnisse helfen, die Nützlichkeit der Maßnahme aufzuzeigen und die flächendeckende Umsetzung von Verbesserungen bei der Versorgung älterer Personen voranzutreiben.

Konsortialpartner

AOK-Bundesverband GbR; Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf