EVAS – Frühes, valides und reliables Screening von Autismus (Early, valid and reliable Autism Screening – EVAS)

Projektbeschreibung

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind schwerwiegende und lebenslange Erkrankungen. Aktuell sind in Deutschland 0,9 bis 1,1 Prozent der Bevölkerung an ASS erkrankt; aufgrund der Vielzahl der an Diagnostik und Versorgung beteiligten Institutionen sowie der für die Betroffenen lebenslangen krankheitsbedingten Beeinträchtigungen entstehen sowohl den Leistungserbringern als auch der Gesellschaft als Ganzes durch ASS hohe Kosten.

Die Diagnostik ist komplex und erfolgt durch spezialisierte Institutionen, die mit allen Erscheinungsformen sowie Differentialdiagnosen vertraut sind. Patienten mit Verdacht auf ASS müssen oft bis zu einem Jahr auf den Ersttermin warten. Je früher aber die spezialisierte Diagnostik und Behandlung einsetzen, desto besser ist die Langzeitprognose. Um diese Versorgungslücke zu schließen, soll ein Screening-Tool entwickelt werden, das einen frühen Zugang zu spezialisierter Diagnostik und Therapie sichern soll. Dieses webbasierte Screening-Tool wird gestuft implementiert, evaluiert und anschließend dem Gesundheitssystem zur Verfügung gestellt. Das Tool enthält Informationen zum Störungsbild sowie ausführliche Text-, Bild- und Videobeispiele, die es dem Anwender erleichtern, das Screening durchzuführen.

Das Projekt wird vier Jahre mit ca. 1,6 Millionen Euro gefördert.

Unmittelbares Ergebnis von EVAS ist der Erkenntnisgewinn über Akzeptanz, Machbarkeit und Effizienz eines innovativen, webbasierten Screening-Tools. Rückmeldungen der Anwender können bei der Entwicklung und Implementierung des Tools berücksichtigt werden, das Screening-Tool selbst soll am Ende der Projektlaufzeit in der Routineversorgung zum Einsatz kommen. Das Screening-Tool ist prinzipiell auch auf andere Störungsbilder anwendbar, die innovative Präsentation mittels Text-, Bild- und Videodarstellungen hat Modellcharakter.

Konsortialpartner

Charité - Universitätsmedizin Berlin; Universitätsmedizin Göttingen; Technische Universität Dresden