GUIDAGE-CKD – Leitliniengerechte Versorgung alter Patienten mit chronischer Nierenerkrankung

Projektbeschreibung

Die Menschen in Deutschland werden immer älter – die chronische Nierenerkrankung gewinnt damit zunehmend an Bedeutung und stellt Hausärztinnen und Hausärzte vor eine große Herausforderung. In der ambulanten Versorgung hat die nicht-dialysepflichtige chronische Nierenerkrankung (CKD) bisher jedoch nur wenig Aufmerksamkeit erfahren; eine erste nationale Leitlinie hierzu wurde erst im Oktober 2019 erstellt. Konkrete Empfehlungen für die hausärztliche Behandlung älterer Patientinnen und Patienten, die oftmals gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leiden, fehlen darin aber. Dies birgt das Risiko einer inadäquaten Versorgung der Betroffenen.

Ziel des Projekts ist es, die leitliniengerechte hausärztliche Versorgung von Patientinnen und Patienten mit CKD im höheren Lebensalter zu untersuchen. Unterstützt durch ein Expertenberiat entwickeln die Forscherinnen und Forscher hierfür zunächst Qualitätsindikatoren. Die identifizierten Indikatoren werden dann eingehend überprüft. Dafür nutzt das Projekt Primärdaten einer epidemiologischen Alterskohorte, in der sämtliche Lebensstilparameter mit besonderem Fokus auf CKD erfasst sind. Diese werden mit einer weiteren Datenquelle, nämlich mit ambulanten Krankenkassen-Daten derselben Personen, verknüpft. Gemessen an den so definierten Qualitätsindikatoren wollen die Forschenden schließlich in einem weiteren Projekt-Modul die ambulante Versorgung nierenkranker Patientinnen und Patienten ab 70 Jahren abbilden. Darüber hinaus sieht die Studie qualitative Interviews mit Hausärztinnen und Hausärzten vor, um mögliche Hürden einer leitliniengerechten Versorgung aus Anwendersicht zu erfassen. Das Projekt wird für zwei Jahre mit insgesamt ca. 820.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann mit Hilfe der entwickelten Qualitätsindikatoren ein besseres Verständnis zur Unter- oder Überversorgung älterer Personen mit CKD entstehen. Insofern bieten die Studienergebnisse eine Chance, die Versorgungsqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Konsortialpartner

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Universitätsmedizin Greifswald