ILEG – Inanspruchnahme, Leistungen und Effekte des Gemeindenotfallsanitäters

Projektbeschreibung

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Notfallsituationen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Gesundheitswesen. In den vergangenen Jahren sind die Patientenzahlen in den Notaufnahmen und bei den Rettungsdiensten stetig angestiegen, während die Anzahl von Notfällen beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst immer weiter gesunken ist. Die Ausgaben für Rettungsdienste sind während dieses Zeitraums enorm gestiegen: Im Jahr 2005 wurden insgesamt 2,6 Millionen Euro für Rettungsdienste ausgegeben während es im Jahr 2015 bereits 4,6 Millionen Euro waren. Dies ist jedoch nicht mit einem Anstieg lebensbedrohlicher Notfälle begründet. Vielmehr nutzen mehr Patientinnen und Patienten den Rettungsdienst oder die Notaufnahmen, obwohl sie eigentlich vor Ort versorgt werden könnten. Im Oldenburger Land sollen „Gemeindenotfallsanitäter“ dazu beitragen, Rettungsdienst und Notaufnahmen zu entlasten. Diese beurteilen die Notlage der Patienten und versorgen sie ggf. vor Ort. Die Gemeindenotfallsanitäter entscheiden, falls möglich, auch über die weitere Behandlung. Gemeindenotfallsanitäter werden dann eingesetzt, wenn eine lebensbedrohliche Verletzung oder Erkrankung bereits durch die Leitstelle ausgeschlossen werden konnte, ohne einen persönlichen Kontakt mit den Patienten aber nicht darüber entschieden werden kann, ob sie bei einer anderen Versorgungseinrichtung vorstellig werden sollten.

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, das Projekt „Gemeindenotfallsanitäter“ wissenschaftlich zu begleiten. Dabei werden Fragen zur Inanspruchnahme des Rettungsdienstes zu erbrachten Leistungen und zu möglichen Effekten auf die Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit untersucht. Dadurch wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Datengrundlage erhalten, um das Projekt steuern und auf weitere Landkreise ausweiten zu können. Zur Beantwortung der Fragen werden verschiedene Datenquellen untersucht und Fragebögen entwickelt. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 1,1 Millionen Euro gefördert.

Konsortialpartner

Maastricht University; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg