ImpPeer-Psy5 – Peerbegleitung in der psychiatrischen Versorgung – Implementierungsbedingungen im SGB V

Projektbeschreibung

Seit rund 20 Jahren arbeiten Menschen mit eigenen Erfahrungen seelischer Krisen und Genesung (Peers) als Peerbegleitung in psychiatrischen Versorgungseinrichtungen. Zuerst in den USA, inzwischen auch in Kanada, Australien, in europäischen Ländern und auch in Deutschland. Die Anstellung von Peers empfehlen nationale und internationale Leitlinien. In Deutschland wird hierzu seit 2005 die Qualifizierungsmaßnahme ''Experienced Involvement'' (EX-IN) durchgeführt.

Übersichten internationaler Studien zeigen, dass Peerbegleitung die Selbstermächtigung, Selbstwirksamkeit und Genesung von Psychiatrienutzenden verbessern kann. Doch gibt es nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten zu Peerbegleitung in der deutschen Regelversorgung.

Das Forschungsprojekt erhebt und evaluiert bundesweit Erfahrungen mit Peerarbeit und analysiert den Bedarf der beteiligten Akteure. Es untersucht die Bedingungen des Einsatzes von Peerbegleiterinnen und ‑begleitern und ihre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Nutzenden. Es prüft die Übertragbarkeit internationaler Studienergebnisse.

Das Projekt nutzt verschiedene Methoden: Eine standardisierte Befragung richtet sich an die Peerbegleitung, Peers in Ausbildung, Mitarbeitende und Führungskräfte aus Einrichtungen mit und ohne Peerbegleitung sowie Nutzerinnen und Nutzern mit und ohne Kontakt zu Peers. Darüber hinaus erkunden Akteure aus diesen Zielgruppen in Dialogen mit Forschenden ihre Erfahrungen detaillierter. Dafür sind moderierte Gesprächsgruppen und Einzelinterviews vorgesehen.

Das Projekt wird in allen Phasen kollaborativ und partizipativ gestaltet, d. h. in Zusammenarbeit von Forschenden und Praxisexpertinnen und -experten mit und ohne eigene Psychiatrieerfahrungen. Es wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 985.000 Euro gefördert.

Zum Arbeitsfeld Peerbegleitung in Deutschland wird das Projekt bisher fehlendes, breites Wissen schaffen. Es wird erste verallgemeinerbare Erkenntnisse sowie Empfehlungen für die Praxis liefern.

Konsortialpartner

EX-IN Deutschland e. V.; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf