InSEMaP – Interaktionen von Systemischen Erkrankungen und Mundgesundheit bei ambulanter Pflegebedürftigkeit

Projektbeschreibung

Für ältere Menschen mit Pflegebedürftigkeit treten zunehmende Hemmnisse auf ihre häusliche Mundpflege selbstständig zu erbringen und die empfohlenen regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen. Ohne adäquate häusliche Zahnpflege und ohne regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen verschlechtert sich jedoch die Mundgesundheit. Dies kann wiederum negative Auswirkungen auf die Ausprägung der systemischen Erkrankungen haben, derentwegen die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist.

Durch den Abbruch der zahnärztlichen Betreuung sind die Konsequenzen für die Mundgesundheit häufig nicht bekannt. Hinzu kommt, dass es keinen koordinierten und verbindlichen Austausch zwischen Zahn- und Hausarztpraxis, Pflegepersonal, Angehörigen oder Patientinnen und Patienten gibt. Das Projekt InSEMaP knüpft an diese ungünstige Versorgungssituation von ambulant gepflegten Menschen an und zielt auf die Verbesserung von deren zahnärztlicher Versorgung.

Im Projekt werden zuerst förderliche und hinderliche Versorgungsfaktoren identifiziert sowie Versorgungspfade (Ablaufpläne zur Durchführung von medizinischen Behandlungen) beschrieben. Eine Routinedatenauswertung soll Zusammenhänge zwischen Zahnarztleistungen, Pflegebedürftigkeit, Morbidität und Kosten aufdecken. Parallel werden ambulant Pflegebedürftige von einer Studienzahnärztin bzw. einem Studienzahnarzt aufgesucht. Durch anschließende radiologische Diagnostik wird objektiv analysiert, ob eine unerkannte Behandlungslast besteht. Aus den Daten wird ein Versorgungspfad entwickelt, in dem alle beteiligten Personen berücksichtigt sind. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,36 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Konzept weitergeführt und dadurch eine Verbesserung der Mundgesundheit von ambulant gepflegten Menschen erreicht werden. Durch Wechselwirkungen mit systemischen Erkrankungen kann sich dies wiederum positiv auf den gesamten Gesundheitszustand und die Lebensqualität auswirken.

Konsortialpartner

DAK-Gesundheit, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg