interprof HOME – Entwicklung und Testung eines interprofessionellen patientenzentrierten Versorgungskonzepts für zuhause lebende Patientinnen und Patienten

Projektbeschreibung

Die Versorgung von Pflegebedürftigen, die Versorgungsleistungen nach § 36 SGB XI im eigenen häuslichen Umfeld erhalten, ist hochkomplex und wird von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren geleistet. Hierzu zählen ambulante Pflegedienste, Hausärztinnen und Hausärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie pflegende Angehörige. Die oft unzureichende Abstimmung zwischen diesen Akteurinnen und Akteuren kann einen negativen Einfluss auf die Patientensicherheit haben. Aktuell wird rund ein Fünftel der Pflegebedürftigen, die ambulante Pflegedienste in Anspruch nehmen, einmal pro Quartal ins Krankenhaus aufgenommen. Die Hälfte der Aufnahmen könnten bei frühzeitiger ambulanter Intervention vermieden werden.

Ziel von interprof HOME ist die Entwicklung eines bedarfsorientierten, interprofessionellen und patientenzentrierten Versorgungskonzepts und dessen Pilotierung und Erprobung. Hierdurch sollen Krankenhausaufnahmen und die Inanspruchnahme ungeplanter ärztlicher oder rettungsdienstlicher Leistungen vermieden sowie die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.

In einem Mixed-Methods-Ansatz unter Kombination von Fokusgruppendiskussionen, Einzelinterviews, Best Practice-Beobachtungen, Fragebogensurvey und einem Expertenworkshop wird zunächst unter Einbeziehung der Pflegebedürftigen sowie Akteurinnen und Akteuren der Leistungserbringung ein Versorgungskonzept ausgearbeitet. Im Weiteren wird dieses Konzept in einer cluster-randomisierten Machbarkeitsstudie mit Blick auf potenzielle Effekte evaluiert. Zudem sollen die Ergebnisse einer Prozess- und gesundheitsökonomischen Evaluation aufzeigen, welche Rahmenbedingungen bzw. Ressourcen für eine breitflächige Implementierung und Evaluation nötig wären.

Das Projekt wird für 40 Monate mit insgesamt ca. 2,29 Millionen Euro gefördert.

Langfristig kann das Versorgungskonzept in die Regelversorgung eingebracht werden und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Stärkung der Versorgung ambulant pflegebedürftiger Patientinnen und Patienten durch eine Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit leisten.

Konsortialpartner

Georg-August-Universität Göttingen, Rechtsanwaltsgesellschaft Dr. Ruppel mbH, Universität zu Köln, Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf