LESTOR – Leitstellen-basierte Erkennung von Schlaganfall-Patienten für eine Thrombektomie und daraufhin abgestimmte Optimierung der Rettungskette

Projektbeschreibung

Schlaganfälle stellen weltweit die häufigste Ursache für eine schwerwiegende Behinderung und die zweithäufigste Todesursache im Erwachsenenalter dar. Bei ca. 30 Prozent aller ischämischen Schlaganfälle ist die Ursache der Verschluss großer hirnversorgender Blutgefäße (large vessel occlusion, LVO). Der Therapieerfolg ist stark zeitabhängig. Es bestehen gute Heilungschancen bei einer Behandlung in den ersten Stunden. Neben der medikamentösen Auflösung der Blutgerinnsel können Patienten von einer mechanischen Entfernung des Verschlusses (mechanische Thrombektomie, MT) profitieren. Diese Behandlung wird in spezialisierten Zentren durchgeführt. Der Zugang zu diesen Zentren ist regional sehr unterschiedlich, sodass insbesondere Patientinnen und Patienten, die nah an einem solchen Zentrum leben, von der zeitnahen Behandlung profitieren.

Hier setzt das Projekt LESTOR an: Um eine möglichst schnelle und wohnortunabhängige Verlegung in ein spezialisiertes Zentrum mit optimaler Therapie zu ermöglichen, richtet sich das Projekt direkt an die meldenden Laien. Durch gezielte Fragen geschulter Mitarbeiter der Leitstelle bei der Erstalarmierung soll bereits ein möglicher Verschluss der großen hirnversorgenden Blutgefäße erkannt werden, sodass parallel zum Rettungswagen ein Helikopter für den direkten Transport in ein spezialisiertes Zentrum alarmiert werden kann. Aufgrund dieser parallelen Alarmierung und des direkten Transports in ein spezialisiertes Zentrum wird wertvolle Zeit bis zur mechanischen Beseitigung des Verschlusses gewonnen.

Um den Erfolg der Maßnahmen zu beurteilen, erfolgt eine wissenschaftliche Evaluation. Dabei wird das Ausmaß der Einschränkung bei Alltagsaktivitäten 90 Tage nach einem Schlaganfall mit den Einschränkungen in einer Kontrollgruppe verglichen, die nicht an der Maßnahme teilnimmt. Zudem wird eine gesundheitsökonomische Analyse durchgeführt, die die finanziellen Auswirkungen der Maßnahme auf das Gesundheitssystem betrachtet.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,9 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte die Maßnahme bundesweit zum Einsatz kommen und die zeitkritische Diagnose könnte deutlich schneller erfolgen, sodass der medizinische Outcome der Patientinnen und Patienten verbessert würde. Dies würde zudem zu einer Senkung der Folgekosten aufgrund geringerer resultierender Einschränkungen des Alltags führen.