OCONIV – Ambulante Kontrollen bei außerklinischer nicht-invasiver Beatmungstherapie: Eine randomisiert kontrollierte Studie

Projektbeschreibung

Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit chronischen Einschränkungen der Atemfunktion, die im häuslichen Umfeld beatmet werden, nimmt in Deutschland stetig zu. In der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) e. V. zur außerklinischen Beatmung wird zwingend eine stationäre Kontrolle mit nächtlicher Überprüfung der Beatmungsqualität gefordert. Unabhängig von steigenden Patientenzahlen bestehen jedoch bereits heute Versorgungsengpässe; zum Teil können Patienten nicht in den entsprechenden Zentren fachgerecht untersucht werden. Entsprechend finden die Kontrollen verspätet oder gar nicht statt. Damit gehen Qualitätseinbußen in der Versorgung einher.

Das Ziel des Projekts ist eine wissenschaftliche Klärung, welche Patienten wirklich einer stationären Versorgung bedürfen und in welchen Fällen die Kontrolle auch in einer ambulanten Versorgungsstruktur erfolgen kann. Für die Patienten wäre dies mit einem verringerten Risiko von im Krankenhaus erworbenen Infektionen sowie mit positiven Effekten auf die Lebensqualität verbunden. Dabei ist die Ambulanzstruktur an ein Beatmungszentrum angegliedert, so dass im Falle einer akuten Verschlechterung einer Patientin oder eines Patienten eine stationäre Versorgung in einem erfahrenen Zentrum rasch initiiert werden kann.

OCONIV beinhaltet eine randomisierte, kontrollierte Studie, bei der die Versorgung von Patienten, deren Beatmungskontrolle ambulant erfolgt, mit der stationären Kontrolle verglichen wird. Analysiert werden die gesundheitsbezogene Lebensqualität, klinische Parameter sowie Gerätedaten.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Projekt den wissenschaftlichen Grundstein für eine Betreuung außerklinisch beatmeter Patienten im häuslichen Umfeld legen und künftigen Versorgungsengpässen entgegenwirken. Das Projekt kann außerdem dazu beitragen, die stationäre und ambulante Behandlung bei schwer kranken Patienten mit chronischem Versagen der Atemfunktion miteinander zu verzahnen.

Konsortialpartner

Klinikum Konstanz GmbH