OptDatPMH – Optimierte Datenbasis für Public Mental Health: Daten-Linkage-Studie zur Aufklärung von Diskrepanzen zwischen Befragungs- und Routinedaten

Projektbeschreibung

Um den Gesundheitszustand einer Bevölkerung erfassen zu können, werden Daten aus wissenschaftlichen Studien (Primärdaten) oder von der gesetzlichen Krankenversicherung (Sekundärdaten, Routinedaten) herangezogen. Allerdings zeigen die beiden Datenquellen Unterschiede hinsichtlich der Häufigkeit psychischer Störungen. So ist es schwer, Maßnahmen zur Prävention und Versorgung dieser Erkrankungen zu entwickeln.

In dem Projekt OptDatPMH soll die Datengrundlage zur Häufigkeit psychischer Störungen verbessert werden. Es soll untersucht werden, wieso die Daten aus Befragungen und aus der Routineversorgung voneinander abweichen, ob z. B. eine mögliche Stigmatisierung oder die Qualität der Arzt-Patienten-Kommunikation ursächlich hierfür sind. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die zu einer stärkeren Aussagekraft bei Analysen von Befragungs- und Routinedaten zu psychischen Störungen führen.

Dazu wird eine repräsentative Stichprobe von Versicherten der BARMER zu ihren diagnostizierten Erkrankungen und weiteren Merkmalen schriftlich befragt. Gleichzeitig werden die Routinedaten derselben Stichprobe analysiert und mit den Befragungsdaten verglichen. Das Maß der Übereinstimmung bzw. Abweichungen der Daten werden erfasst und ein Zusammenhang zu möglichen Ursachen hergestellt. Darüber hinaus wird untersucht, in welchen Punkten die Routinedaten der Befragungsteilnehmer von den Routinedaten der Nicht-Teilnehmer abweichen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. einer Million Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können durch die Studienergebnisse die Aussagekraft und Belastbarkeit von Befragungsdaten und Routinedaten zu psychischen Störungen besser eingeschätzt werden. Erkenntnisse zur Arzt-Patienten-Kommunikation oder Stigmatisierung können auf Verbesserungsbedarfe hinweisen. Die Ergebnisse können in die am Robert Koch-Institut im Aufbau befindliche Mental Health Surveillance einfließen, um psychische Störungen in Deutschland zuverlässig zu erfassen und Hinweise für Prävention und Versorgung abzuleiten.

Konsortialpartner

BARMER; Robert Koch-Institut