P.A.T.H. – Pädiatrie und Frühe Hilfen: Evaluation einer komplexen Intervention zur sektorenübergreifenden Versorgung psychosozial belasteter Familien

Projektbeschreibung

Familien, die psychisch und sozial stark belastet sind, werden von den Kinderarztpraxen noch nicht ausreichend in die Frühen Hilfen vermittelt. Damit sich Kinderarztpraxen und Kinder- und Jugendhilfen besser vernetzen und zusammenarbeiten, wurde die sogenannte P.A.T.H.-Intervention (Pediatric Attention to Help) in Baden-Württemberg entwickelt. Dabei sollen durch Qualitätszirkel und Schulungen Kinderärzte befähigt werden, psychosozialen Hilfebedarf bei den Familien besser zu erkennen, ihn anzusprechen und die Familien an die Frühen Hilfen zu vermitteln.

In dem Projekt P.A.T.H. soll diese Intervention evaluiert werden. Es soll überprüft werden, ob sie dazu führt, dass mehr betroffene Familien vermittelt werden und ob das Angebot kosteneffektiv ist. Darüber hinaus soll die Akzeptanz der Intervention bei allen Beteiligten untersucht werden.

Kinderarztpraxen, die an der P.A.T.H.-Intervention teilnehmen, werden mit Kinderarztpraxen, die nicht daran teilnehmen, verglichen. Dazu werden Familien mit Kindern von 0 bis 3 Jahren standardisiert befragt. Zudem werden qualitative Interviews mit den Familien, Kinderärztinnen und -ärzten sowie den Netzwerkpartnerinnen und -partnern der Frühen Hilfen durchgeführt, um insbesondere die Akzeptanz der P.A.T.H-Intervention zu erfassen. Durch eine teilnehmende Beobachtung in den Kinderarztpraxen soll untersucht werden, ob die P.A.T.H.-Intervention tatsächlich wie beabsichtigt umgesetzt wird. Daten der kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, der AOK Baden-Württemberg und der Arztpraxen zu den Kosten der P.A.T.H.-Intervention werden herangezogen, um zu überprüfen, ob sich die Intervention rechnet.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,2 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann gezeigt werden, ob durch die P.A.T.H.-Intervention mehr psychosozial belastete Familien erreicht werden, ob die Intervention Akzeptanz findet und ob sie kosteneffektiv ist. Die Kooperation zwischen Kinderarztpraxen und Frühen Hilfen könnte bundesweit gestärkt werden, wodurch psychosozial belastete Familien besser versorgt werden könnten.

Konsortialpartner

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg