PEMKOR – Krankenhausindividuelle Prognosen, Evaluation der Mindestmengenregelung im Zeitverlauf 2016-2021 und Modellierung von Kooperationsregionen

Projektbeschreibung

Je mehr Erfahrung Ärztinnen und Ärzte mit der Durchführung eines medizinischen Eingriffs haben, desto höher liegt in der Regel auch dessen Qualität. Dieser Zusammenhang ist durch wissenschaftliche Studien belegt. Mit der Einführung und Weiterentwicklung einer Mindestmengenregelung für aktuell acht Leistungen wurde diese Erkenntnis auch in der Versorgungspraxis aufgegriffen, so etwa für komplexe Eingriffe an der Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse oder Operationen zum Kniegelenkersatz.

Das Projekt PEMKOR knüpft an diese Mindestmengenregelung an und beforscht, wie sich die geänderte Mindestmengenregelung auf unterschiedliche Versorgungsaspekte auswirkt. Beispielsweise erheben die Forschenden, wie viele Krankenhäuser die Mindestmengenvorgaben einhalten und untersuchen, ob durch regionale Kooperationen mehr Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern behandelt werden könnten, die dann diese Mindestfallzahlen auch erreichen. Zudem überprüfen sie, ob in den letzten Jahren bei Eingriffen mit Mindestmengenvorgaben die Sterblichkeit im Krankenhaus gesunken ist und somit die Patientensicherheit erhöht werden konnte.

Methodisch wird ein dreijähriger Zeitraum vor Änderung der Mindestmengenregelung (2016 bis 2018) und ein dreijähriger Zeitraum danach (2019 bis 2021) miteinander verglichen. Dabei werden Krankenhäuser mit unterschiedlichen Einhaltungsgraden der Mindestmengen in die Analyse eingeschlossen. Die Auswertungsdaten beziehen die Forschenden aus Qualitätsberichtsdaten des Gemeinsamen Bundesausschusses und Abrechnungsstatistiken (DRG-Statistik) des Statistischen Bundesamtes. Über unterschiedliche statistische Verfahren, z. B. Varianz- und Regressionsanalysen, werten sie die Ergebnisse aus. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 323.000 Euro gefördert.

Mit den Ergebnissen sollen Vorschläge zur Verbesserung der Mindestmengenreglung abgeleitet werden. Langfristig könnten sich sowohl Patientensicherheit als auch Behandlungsqualität erhöhen.