QualiPäd – Evaluation der Versorgungsqualität in der ambulanten Routineversorgung häufiger Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters

Projektbeschreibung

Der Großteil der ärztlichen Versorgung der rund 13 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland erfolgt ambulant. Es gibt bislang keine Untersuchungen zur Qualität dieser Versorgung und inwieweit sich die behandelnden Ärzte an gültige fachliche Empfehlungen halten. Der hohe Stellenwert der Versorgungsqualität ist zusätzlich von Bedeutung, da bei vielen Erkrankungen in dieser Patientengruppe das Risiko von Folgeschäden oder Chronifizierung in Folge unzureichender Diagnostik und Therapie deutlich erhöht ist.

QualiPäd soll die Versorgungsqualität in der ambulanten Routineversorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland analysieren. Es wird untersucht, inwieweit bestehende Leitlinien und Behandlungsempfehlungen in der Versorgung umgesetzt werden. Dies stellt einen Vorstoß dar, die bisher sowohl national als auch international schwache Datenlage auf diesem Gebiet zu verbessern.

Die Analysen sollen am Beispiel häufiger körperlicher sowie psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen vorgenommen werden. Zum einen sollen Qualitätsindikatoren entwickelt werden, zum anderen retrospektiv Patientendaten von ca. 1.400 Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf deren Übereinstimmung mit den identifizierten Indikatoren ausgewertet werden.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,4 Millionen Euro gefördert.

Qualitätsindikatoren können deutlich dazu beitragen, eine Unter-, Über- oder Fehlversorgung zu vermeiden. Auf diese Weise kann die bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Dies bietet die Chance, die Versorgungsqualität der betrachteten Erkrankungen deutschlandweit einheitlich zu bemessen und in Leitlinien zu integrieren. Zusätzlich können die Daten dazu beitragen, sowohl finanzielle als auch zeitliche und personelle Ressourcen zukünftig noch gezielter einsetzen zu können.

Konsortialpartner

Philipps-Universität Marburg