RTP-NET – Regionales Telepädiatrisches Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg

Projektbeschreibung

Abwanderungen und sinkende Geburtenraten lassen die Zahl der Kinder in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zurückgehen. Insbesondere in ländlichen Gebieten kann oft keine wohnortnahe kinderärztliche Versorgung mehr gewährleistet werden. Pädiatrische Praxen befinden sich überwiegend in den Städten, kleinere Krankenhäuser können Abteilungen für Kinderheilkunde kaum noch wirtschaftlich betreiben und haben große Schwierigkeiten, offene Stellen im Bereich Pädiatrie zu besetzen.

Über den Aufbau eines telepädiatrischen Netzwerks leistet RTP-NET einen Beitrag dazu, die regionale pädiatrische Versorgung zu unterstützen und zu verbessern. Das Netzwerk stellt unter anderem eine standardisierte Beurteilung der Behandlungsdringlichkeit von Kindern bereit, die die Notaufnahme eines Krankenhauses ohne verfügbaren Kinderarzt aufsuchen. Außerdem bietet RTP-NET eine Beratung zu spezialfachärztlichen Fragestellungen sowie Facharzthintergrundfunktion und Telekonsultation durch einen Telepädiater an, wenn die entsprechenden Fachärzte zum Behandlungszeitpunkt vor Ort nicht verfügbar sind.

Die Implementierung des telemedizinischen Netzwerks mit seinen Funktionalitäten erfolgt im Rahmen einer prospektiven, nicht-kontrollierten Studie unter Alltagsbedingungen. Während der Beobachtungszeit werden formative Prozessanalysen durchgeführt und die Prozesse und Angebote auf dieser Basis, falls nötig, entsprechend angepasst. Die Wirkung der Intervention wird am Ende des Beobachtungszeitraums in einer Ergebnisevaluation mit quantitativen und qualitativen Daten analysiert. Es sollen insgesamt 2.400 Patientinnen und Patienten in das Projekt eingeschlossen werden.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können das Netzwerk und die telemedizinischen Angebote auch nach Projektende von den regionalen Krankenhäusern ohne Unterbrechung weiter genutzt werden. Die Ergebnisse sind für eine mögliche Überführung in die Regelversorgung in der Projektregion, aber auch darüber hinaus, relevant.

Konsortialpartner

Asklepios Klinik Parchim GmbH; Asklepios Klinik Pasewalk GmbH; Asklepios Klinikum Uckermark GmbH; Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH; Sana-Krankenhaus Rügen; Universität Greifswald