SAD-gB – Entwicklung und Validierung eines Selbstbeurteilungsbogens für Angst und Depression bei Menschen mit geistiger Behinderung

Projektbeschreibung

In Deutschland ist ca. ein Prozent der Bevölkerung von einer geistigen Behinderung betroffen. Psychische Belastungen und psychische Störungen werden bei dieser Gruppe häufig nicht entdeckt oder unzureichend behandelt. Es mangelt an geeigneten und validierten Diagnostikinstrumenten als Grundvoraussetzung einer adäquaten Versorgung. Fragebögen, die für die Allgemeinbevölkerung entwickelt wurden, sind aufgrund der eingeschränkten kognitiven oder sprachlichen Fähigkeiten meist nicht anwendbar. Hier soll SAD-gB Abhilfe schaffen.

Das Projekt entwickelt ein Diagnostikinstrument zum Erkennen von Angst und Depression, das Menschen mit geistiger Behinderung möglichst alleine oder mit Unterstützung ausfüllen können. Auf Basis von Vorarbeiten wird ein Fragebogen in leichter Sprache und mit einfachem Antwortformat erstellt. Anschließend wird der Fragebogen mithilfe von 350 Probandinnen und Probanden mit geistiger Behinderung (mit und ohne Angststörung oder Depression) auf Verständlichkeit und Aussagekraft hin überprüft. Nach Prüfung und Fertigstellung des Diagnostikinstruments wird es online frei verfügbar sein.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt knapp 277.000 Euro gefördert.

Mit der Entwicklung des Selbstbeurteilungsbogens SAD-gB soll die Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung an der Versorgung psychischer Störungen verbessert werden. Er ermöglicht auch die Früherkennung psychischer Belastungen und das Einleiten von Maßnahmen zur Prävention von Chronifizierungen.