SIMPATI – Surveillance nosokomialer Infektionen und MRE bei Patienten der außerklinischen Intensivpflege

Projektbeschreibung

Seit vielen Jahren wird das Auftreten von Infektionen und multiresistenten Erregern (MRE) in Krankenhäusern mithilfe des sog. Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) erfasst und bewertet. Basierend auf solchen Surveillance-Daten können die Krankenhäuser Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen gezielter umsetzen. In außerklinischen Pflegeeinrichtungen ist dagegen wenig über die Anzahl von Infektionen bekannt und die Qualität ihrer Hygienemaßnahmen für die Einrichtungen daher kaum beurteilbar.

Das Projekt SIMPATI soll diese Lücke schließen. Es soll ein Surveillance-System für Infektionen und MRE in der außerklinischen Intensivpflege entwickeln, in die Praxis einführen und evaluieren. Dabei arbeiten die Forscherinnen und Forscher eng zusammen mit den zukünftigen Anwendern und dem öffentlichen Gesundheitsdienst. Sie wollen untersuchen, ob sich ein Surveillance-System in außerklinischen Pflegeeinrichtungen erfolgreich etablieren lässt, ob es dort Infektionsprobleme aufdecken und dabei helfen kann, Präventionsmaßnahmen wirksamer umzusetzen.

Das neu entwickelte Surveillance-System soll Vergleichswerte aus einer größeren Anzahl von Pflegeeinrichtungen zu Infektionsereignissen und MRE generieren, um diese für ein Benchmark nutzen zu können. Die Forschenden können dadurch die zeitliche Entwicklung von Infektions- und MRE-Raten analysieren. Zudem befragen sie das Personal ambulanter Pflegedienste, beispielsweise zu Hemmnissen bei der Einführung einer Surveillance, zur Wahrnehmung des Problems von Infektionen und MRE oder zu bereits etablierten Hygienemaßnahmen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 600.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das entwickelte System in außerklinischen Pflegeeinrichtungen das Hygiene-Management verbessern. Mithilfe des Surveillance-Systems können diese Einrichtungen Kenntnisse über Infektions- und MRE-Häufigkeiten gewinnen und ihre Mitarbeitenden entsprechend sensibilisieren.

Konsortialpartner

Niedersächsisches Landesgesundheitsamt