SOG – Spezielle Orthopädische Geriatrie

Projektbeschreibung

Für die medizinische Versorgung einer aufgrund des demographischen Wandels steigenden Anzahl älterer Patienten sind in den vergangenen Jahren spezifisch geriatrische Versorgungsstrukturen aufgebaut worden. Allerdings leiden alte Menschen unter verschiedensten Erkrankungen, insbesondere auch solchen des Bewegungssystems. Derzeit jedoch sind die meisten Versorgungseinrichtungen nicht darauf eingerichtet, die geriatrischen Bedürfnisse dieser Patienten angemessen zu berücksichtigen. Eine geriatrische Therapie erfolgt in der Regel erst nach einer klassisch-orthopädischen Behandlung.

In dem Projekt wird ein Konzept für eine simultane Behandlung der jeweiligen orthopädischen Grunderkrankung und der geriatrisch-internistischen Begleiterkrankungen – das sogenannte SOG-Konzept – entwickelt. Auf diese Weise soll eine raschere Mobilisation und frühzeitigere Gewährleistung der Selbstversorgung von Patientinnen und Patienten ermöglicht werden. Auch Versorgungsdefizite, beispielsweise in der Ernährung oder bei der Medikamentengabe, können so ausgeglichen werden.

Es wird eine prospektive randomisierte Studie durchgeführt, in der die Wirksamkeit der Behandlung im Rahmen des SOG-Konzepts in der Interventionsgruppe mit der klassisch-orthopädischen Behandlung in der Kontrollgruppe verglichen wird. Die Effektivität wird primär anhand der Mobilität der Patienten bewertet, daneben werden jedoch auch Faktoren wie Selbstversorgung, medizinische Komplikationen oder die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten in die Auswertung einbezogen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit ca. 1,4 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall könnte das Konzept auf weitere orthopädische Fachabteilungen ausgeweitet oder möglicherweise sogar für die Behandlung anderer Erkrankungen angepasst und übernommen werden.

Konsortialpartner

Technische Universität München