Superthyreose – Überversorgung von Schilddrüsenerkrankungen in Deutschland

Projektbeschreibung

Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig und können in jedem Alter auftreten. Bis zu 30 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland entwickeln einen oder mehrere Knoten in der Schilddrüse. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Häufigkeit dieser Erkrankung zu. Eine wichtige Ursache von Schilddrüsenerkrankungen ist ein Jodmangel.

Ziel des Projekts ist es, die Versorgung von Schilddrüsenerkrankungen in Deutschland zu analysieren und umfassend darzustellen. Hierzu dient eine gezielte Erhebung von Versichertendaten und die Untersuchung einer Bevölkerungsstichprobe. Im Einzelnen soll erforscht werden, ob der aktuelle Jodstatus der Bevölkerung aktuelle Trends in der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen erklären kann. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Hormon Thyreotropin (TSH), das in der Hypophyse produziert wird und stimulierend auf Wachstum, Jodaufnahme und Schilddrüsenhormonproduktion in der Schilddrüse wirkt.

Die Projektbeteiligten untersuchen die Thyreotropin-Referenzwerte von ca. 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie die Änderung in der Anwendung diagnostischer und therapeutischer Prozeduren bei Schilddrüsenerkrankungen über die letzten Jahre, identifizieren Determinaten einer Überversorgung und überprüfen, ob die diagnostischen und therapeutischen Pfade den diesbezüglichen Leitlinien entsprechen. Die Untersuchungsergebnisse werden auf einer Datengrundlage generiert, die das reale Versorgungsgeschehen in der Allgemeinbevölkerung widerspiegelt und damit auf den Versorgungsalltag übertragbar sind.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,1 Millionen Euro gefördert.

Die Projektergebnisse werden in ein Konzept einfließen, das einer Fehlversorgung von Schilddrüsenerkrankungen entgegenwirken soll. Im Erfolgsfall werden nach Abschluss des Projekts umfassende Erkenntnisse zur aktuellen Prävalenz von Schilddrüsenerkrankungen, zu TSH-Referenzbereichen, zu zeitlichen Änderungen in der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen sowie zum Ausmaß und den Determinanten einer Überversorgung vorliegen.

Konsortialpartner

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH