TRANSKIDS-CARE – Somatomedizinische Behandlung bei Geschlechtsdysphorie im Jugendalter: Verbesserung der Versorgung durch epidemiologische und gesundheitsökonomische Evidenz

Projektbeschreibung

Die medizinische Versorgungspraxis für Minderjährige, deren Geschlechtsidentität nicht den anatomisch-biologischen Gegebenheiten ihres Körpers entspricht (Geschlechtsinkongruenz), hat sich in den vergangenen Jahren rapide verändert. Bei Vorliegen einer Geschlechtsdysphorie (GD), früher Transsexualität genannt, kann nach anerkannten internationalen Leitlinienstandards auch bei Jugendlichen eine gestufte Hormonbehandlung indiziert werden, um einen sozialen Rollenwechsel ins trans*Geschlecht medizinisch zu unterstützen. Die Hormonbehandlung besteht in der Regel aus einer Unterdrückung der Pubertät, gefolgt von einer geschlechtsangleichenden Hormonbehandlung. Voraussetzung für eine solche Behandlung ist die Einhaltung bestimmter Kriterien. Gleichwohl gibt es in der Versorgungspraxis eine große Entscheidungsunsicherheit für Behandelnde.

Um Entscheidungssicherheit und Versorgungsqualität zu verbessern, sind definierte Struktur- und Qualitätsstandards notwendig, für die eine epidemiologische Evidenzbasis bislang allerdings noch fehlt. Unklar ist zum Beispiel, warum in den vergangenen fünf Jahren überregional ein rapider Anstieg an Behandlungsfällen zu beobachten ist, und ob dieser Anstieg repräsentativ ist. Zudem können zu jedem Zeitpunkt vor oder nach der Transition psychosoziale Probleme und behandlungsdürftige Komorbiditäten auftreten.

Mit dem Projekt TRANSKIDS-CARE werden erstmalig die heterogene Versorgungsrealität sowie das Spektrum der Verläufe medizinischer Inanspruchnahme auf epidemiologischer und gesundheitsökonomischer Basis untersucht. Dazu werden Daten von mehr als 1.000 Versicherten zweier großer Krankenkassen ausgewertet. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 900.000 Euro gefördert.

Im Erfolgsfall können die Projektergebnisse genutzt werden, um die flächendeckende Realisierung von Struktur- und Qualitätsstandards nachhaltig zu verbessern. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, die individuellen Behandlungsentscheidungen sowohl für Behandelnde als auch für Behandlungssuchende zu stärken.

Konsortialpartner

BARMER, Techniker Krankenkasse, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf