ULCUS CRURIS CARE – Etablierung eines patientenorientierten und evidenzbasierten Versorgungskonzeptes für die Therapie des Ulcus cruris venosum in der Hausarztpraxis

Projektbeschreibung

Venös bedingte chronische Wunden sind für betroffene Patienten sehr belastend und verursachen hohe Kosten im Gesundheitssystem. Dennoch existiert kein etablierter Versorgungsstandard. Erkenntnisse zum Therapienutzen fehlen oft. Maßnahmen, die belegbar helfen, wie die Kompression oder Förderung der Mobilität, werden selten umgesetzt und Betroffene oft nicht in den Behandlungsprozess eingebunden.

Ziel des Projekts ist die Etablierung eines evidenzbasierten und patientenorientierten Konzeptes für die Versorgung des sogenannten offenen Beines, dem Ulcus cruris venosum. Dazu sollen Behandlungskonzepte erstellt und patientengerecht angewandt werden. Medizinische Fachangestellte sollen als Case Manager eine zentrale Rolle in der Patientenbetreuung übernehmen und Patienten und Angehörige zusammen mit dem Hausarzt dabei unterstützen eine aktive Rolle in der Behandlung einzunehmen. Auch moderne IT-Ressourcen, wie eine Software zur Falldokumentation oder die computergestützte Bildauswertung von Wunden, sollen für das Projekt genutzt werden. Das neue Versorgungskonzept soll zu einer schnelleren Wundheilung, einer höheren krankheitsbezogenen Lebensqualität und einer geringeren Inanspruchnahme von medizinischen Ressourcen führen.

Das neue Versorgungskonzept soll zunächst im Praxisalltag getestet werden. Im Anschluss wird eine auf Praxisebene randomisierte kontrollierte Studie der ambulanten Versorgung durchgeführt. Die Hälfte der Patienten wird jeweils mit dem neuen Versorgungskonzept behandelt, die andere Hälfte erhält die Regelversorgung. Bei allen Patienten wird bei Therapiebeginn und nach zwölf Wochen eine Untersuchung und Befragung durchgeführt. Heilungsrate, aber auch die Entwicklung der Lebensqualität der Patienten, werden in beiden Gruppen verglichen. Weiterhin wird eine Kosten-Nutzen-Bewertung des neuen Versorgungskonzepts erstellt.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,4 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall ist eine Übertragung des Versorgungskonzeptes in die Regelversorgung geplant, auch eine Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf die Versorgung chronischer Wunden im Allgemeinen ist ebenfalls denkbar.

Konsortialpartner

aQua - Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH