AdAM – Anwendung digital-gestütztes Arzneimitteltherapie- und Versorgungs- Management

  • Themenfeld: Modellprojekte zur Arzneimitteltherapie sowie Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Für viele Krankheiten gibt es wirksame Medikamente. Doch gerade bei älteren Menschen, die unter mehreren Krankheiten leiden, kann die Zahl der verschiedenen Tabletten unübersichtlich werden und zu gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen führen.

Das Projekt AdAM soll Ärzte bei ihrem Arzneimitteltherapie- und Versorgungs-Management unterstützen. Ziel ist es, die Qualität und Sicherheit insbesondere für Patienten zu verbessern, die gleichzeitig mehrere Medikamente nehmen müssen und somit aufgrund von Neben- und Wechselwirkungen besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Die Patienten, aber auch die Ärzte, müssen ihre Bereitschaft zur Teilnahme schriftlich erklären.

Die Unterstützung der teilnehmenden Hausärzte erfolgt zum einen in elektronischer Form per Web-Anwendung über das geschützte Portal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Hier werden den Ärzten behandlungsrelevante wie auch medizinische und pharmazeutische Fachinformationen patientenbezogen und zeitnah zur Verfügung gestellt, so dass Hausärzte Risiken sofort und umfassend erkennen können. Der bundesweit eingeführte Medikationsplan ist hierbei ein Teil der Gesamtinformation. Wenn Patienten ins Krankenhaus aufgenommen werden, wird die Hausarztpraxis automatisch informiert, damit die Medikamenteneinnahme mit dem Krankenhaus abgestimmt werden kann. Darüber hinaus entwickeln die 20 medizinischen Fachgesellschaften Handlungenpfehlungen zum Umgang mit Multimedikation, die im Rahmen der Pharmakotherapieberatung der KVWL praxistauglich an die verordnenden Hausärzte kommuniziert werden. Die Evaluation soll vor allem zeigen, inwieweit Krankenhauseinweisungen mit inadäquaten Arzneimitteltherapien einhergehen und wie sich Gesamtkosteneffekte darstellen. Das Projekt wir für 36 Monate mit insgesamt ca. 16, 3 Millionen Euro gefördert.

AdAM ist strukturell in Basisprozessen der Regelversorgung gedacht und kann somit bundesweit in die Routineversorgung überführt werden.

Ansprechpartner

Frau Petra Kellermann-Mühlhoff
BARMER GEK
Lichtscheider Str. 89
42285 Wuppertal
0049 800 332060992975
petra.kellermann-muehlhoff@barmer-gek.de

Konsortialpartner

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, Universität Mainz, Universität Bielefeld, Universität Köln, Universität Bochum, Universitätsklinikum Köln