ADCompanion – Ganzheitliche Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Atopischer Dermatitis

Projektbeschreibung

Die atopische Dermatitis zählt mit einer Prävalenz von etwa 14,5 Prozent bei Kindern und Jugendlichen sowie sieben Prozent bei Erwachsenen zu den häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Durch den ausgeprägten Juckreiz und schubweisen Verlauf ist eine ganzheitliche und kontinuierliche Behandlung notwendig. Leider ermöglicht die aktuelle Versorgungslage in strukturschwachen Regionen oft nur begrenzten Zugang zu fachärztlicher Behandlung sowie pflegerischer, ernährungsspezifischer, psychologischer oder pädagogischer Beratung und ist mit langen Wartezeiten oder Anfahrtswegen verbunden.

Das Projekt ADCompanion knüpft daran an und möchte die Lebensqualität der Betroffenen durch eine begleitende App-Anwendung sowie videovermittelte Beratungsangebote verbessern. Sie eröffnet einen ortsunabhängigen Zugang zu digitalisiertem Schulungsmaterial und einem elektronischen Tagebuch zur Symptomerfassung sowie zu Angeboten von ausgebildeten Fachkräften, die Betroffene per Video zu Ernährung, Pflege und psychosozialen Themen individuell beraten.

In die Studie werden 260 Säuglinge, Klein- und Vorschulkinder, 140 Schulkinder und Jugendliche sowie 200 Erwachsene mit atopischer Dermatitis eingeschlossen und zwei Patientengruppen gebildet: Eine Gruppe erhält die Standardtherapie mit Zugang zu Präsenzschulungen in Kleingruppen. Die andere Gruppe erhält die Standardtherapie ohne Zugang zu Präsenzschulungen, aber mit App-Nutzung inklusive Online-Schulungsinhalten und individuellen Beratungsangeboten. Verglichen wird insbesondere, ob die digital vermittelte Unterstützung zu einer vergleichbaren oder stärkeren Verbesserung des Hautbildes führt. Des Weiteren werden Aspekte wie etwa die Lebensqualität der Teilnehmenden und ihrer Familien, die Stärke des Juckreizes oder die seelische Belastung erfasst und ausgewertet. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. drei Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann für Betroffene mit atopischer Dermatitis ein wohnortunabhängiger Zugang zu einer ganzheitlichen und kontinuierlichen Versorgung ermöglicht werden. Durch die digitale Intervention werden umfassende Gesundheitskompetenzen und individuelle Behandlungsempfehlungen vermittelt, die zu einer Steigerung der Lebensqualität von Betroffenen führen kann.

Konsortialpartner

Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V., Evangelisches Klinikum Bethel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Medizinische Hochschule Hannover, Techniker Krankenkasse, Technische Universität Dresden