ARENA – Antibiotika-Resistenzentwicklung nachhaltig abwenden

  • Themenfeld: Modellprojekte zur Arzneimitteltherapie sowie Arzneimitteltherapiesicherheit
  • Bundesländer: Bayern, Nordrhein-Westfalen
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Antibiotika sind bei bakteriellen Infektionserkrankungen oft das Mittel der Wahl. Aber immer mehr Bakterienstämme werden resistent gegen diese Wirkstoffe. Voreilige und häufige Gabe von Antibiotika können Gründe hierfür sein. Damit bakterielle Infektionen auch in Zukunft erfolgreich behandelt werden können, sollten Antibiotika gezielter eingesetzt werden.

Unter der Federführung des AQUA-Instituts startet 2017 das Projekt ARENA, das sich dieser Problematik annehmen wird. Mit an Bord sind die AOK Bayern, die AOK Rheinland/Hamburg, der AOK-Bundesverband, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, die Agentur deutscher Arztnetze sowie über 400 Arztpraxen aus 14 Arztnetzen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen. Getestet werden drei neue Versorgungsformen, die darauf zielen, den Antibiotikaverbrauch zu reduzieren: Im ersten Modul für alle beteiligten Netze trainieren die Ärzte online eine adäquate Kommunikation mit Patienten hinsichtlich Antibiotika und tauschen sich darüber sowie über die von ihnen verordneten Antibiotika in ärztlichen Qualitätszirkeln aus. Weiterhin sind Öffentlichkeitskampagnen vorgesehen. Im zweiten Modul nehmen medizinische Fachangestellte an einer für sie zugeschnittenen Online-Schulung zur Patientenkommunikation und Praxisorganisation teil und bauen eigene Qualitätszirkel auf. Im dritten Modul erhalten die teilnehmenden Praxen Informationen zur regionalen Resistenzsituation und eine IT-unterstützte Entscheidungshilfe für ihre Praxissoftware, die bei Eingabe der gestellten Diagnose die Möglichkeiten der rationalen Antibiotikagabe aufzeigt. Die Ärzte können sich in fachübergreifenden Qualitätszirkeln mit Pflegekräften, Apothekern und anderen Berufsgruppen austauschen. Nach der Testphase wird geschaut, ob der Antibiotikaverbrauch in den einzelnen Modellen tatsächlich zurückgegangen ist. Das Projekt wird mit insgesamt ca. sechs  Millionen Euro für drei Jahre gefördert.

Im Erfolgsfall können die neuen Versorgungsformen in die Regelversorgung übertragen werden. Darüber hinaus sind die unterschiedlichen Formen der Qualitätszirkel auch auf andere Krankheitsgebiete übertragbar.

Ansprechpartner

Herr Prof. Dr. med. Dipl.-Soz. Joachim Szecsenyi
AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH
Maschmühlenweg 8-10
37073 Göttingen
0049 551 789520
ARENA@aqua-institut.de

Konsortialpartner

Agentur deutscher Arztnetze e.V., AOK Bayern, AOK Rheinland-Hamburg, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns