Dimini – Aktivierung der Gesundheitskompetenz von Versicherten mit erhöhtem Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 mittels Coaching in der Vertragsarztpraxis (Dimini – Diabetes mellitus? – Ich nicht!)

  • Themenfeld: Verbesserung der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten und Förderung der Gesundheitskompetenz
  • Bundesländer: Hessen, Schleswig-Holstein
  • Status: laufend

Projektbeschreibung

Etwa acht Prozent der Erwachsenen sind von Diabetes Mellitus Typ 2 (DMT2) betroffen. Zusätzliche leben drei bis fünf Millionen Menschen mit einem unentdeckten DMT2 oder Prädiabetes. Langfristig kann DMT2 zu schweren Spätfolgen wie beispielsweise kardiovaskulären Erkrankungen sowie hohen Kosten führen. Es ist daher besonders wichtig, die Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren und an präventive Maßnahmen heranzuführen. Die Gesundheitskompetenz der Betroffenen ist für den Erfolg solcher Maßnahmen von hoher Bedeutung.

Ziel dieses Projektes ist daher die Steigerung der Gesundheitskompetenz von Personen mit erhöhtem DMT2-Risiko. Betroffene sollen frühzeitig anhand eines flächendeckenden Screenings (FINDRISK) erkannt werden und die bedarfsgerechte Lebensstilintervention „aha!“ erhalten. Die Intervention beinhaltet ein Set von gesundheitsrelevanten Informationen und die Aufforderung, ein Ernährungs- und Bewegungstagebuch zu führen. Die Inhalte zur Lebensstilveränderung können die Teilnehmer in der eigens konzipierten aha-App abrufen und dokumentieren. Dieses Präventionsangebot wird in Form von Zwischencoachings durch Hausärzte unterstützt und begleitet. Durch die Intervention sollen die individuellen Gesundheitsressourcen gestärkt und so langfristige verhaltenspräventiv wirksame Veränderungen angestoßen werden. Die Entstehung eines DMT2 soll so verzögert bzw. verhindert werden, wodurch letztlich auch Kosten eingespart werden können.

In einer randomisierten Vergleichsstudie mit 5.000 Risikoversicherten soll die Wirksamkeit der Lebensstilintervention aha! überprüft werden. Dabei kommen quantitative Erhebungen (medizinische Parameter, Lebensqualität, Bewegung, Ernährung, Zielerreichung) und qualitative Erhebungen (Implementierbarkeit in die Regelversorgung aus Sicht aller Beteiligten) im Sinne eines Methodenmix zum Tragen. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 4,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das Dimini-Programm bundesweit in die Regelversorgung übertragen werden. Dies kann in Kombination einer Gesundheitsuntersuchung -  Diabetes-Risikotest mit Beratung - mit ärztlicher Präventionsempfehlung und einem daran ausgerichteten Präventionsangebot erfolgen.

Ansprechpartner

Dr. med. Dipl. Oec. med. Monika Schliffke
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
Bismarckallee, 1-6
23795 Bad Segeberg
0049 4551 883-0
vorstand@kvsh.de

Konsortialpartner

AOK NordWest; BARMER; DAK-Gesundheit Vertragsgebiet SH; Techniker Krankenkasse; docevent GmbH Schleswig (Dr. Carsten Petersen); inav – privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH; Kassenärztliche Vereinigung Hessen; AOK Hessen